Russland, Internationale Beziehung

Selenskyj bietet Putin Treffen an - Kreml pocht auf Donbass

05.06.2026 - 15:05:33 | dpa.de

Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj bietet Kremlchef Putin ein Treffen an - kurz bevor der russische Staatschef eine Rede vor großem Publikum hĂ€lt. Putin gibt sich weiter siegesgewiss.

  • Bei der Plenarsitzung am Nachmittag hĂ€lt Putin traditionell eine Rede zur Weltpolitik und der wirtschaftlichen Lage Russlands und beantwortet Fragen. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
    Bei der Plenarsitzung am Nachmittag hÀlt Putin traditionell eine Rede zur Weltpolitik und der wirtschaftlichen Lage Russlands und beantwortet Fragen. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprĂ€che angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprÀche angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
Bei der Plenarsitzung am Nachmittag hÀlt Putin traditionell eine Rede zur Weltpolitik und der wirtschaftlichen Lage Russlands und beantwortet Fragen. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprÀche angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Angesichts stockender VermittlungsbemĂŒhungen der USA bietet der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprĂ€che an. Er schlage ein persönliches Treffen in einem Drittstaat vor, um «SchlĂŒsselfragen» zu klĂ€ren, hieß es in dem vom PrĂ€sidentenbĂŒro in Kiew veröffentlichten Schreiben. ZunĂ€chst erneuerte der Kreml nur sein - von Selenskyj schon mehrfach abgelehntes - Angebot fĂŒr Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollstĂ€ndigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung fĂŒr einen Frieden. 

Das Thema des Briefs werde höchstwahrscheinlich bei der von Putin gefĂŒhrten Plenarsitzung auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum vorkommen, kĂŒndigte Kremlsprecher Dmitri Peskow an. 

Die Bundesregierung begrĂŒĂŸte Selenskyjs Angebot. «Wir teilen zudem die Ansicht von PrĂ€sident Selenskyj, dass an GesprĂ€chen mit Russland auch Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten beteiligt werden sollen», sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille.

Putin gibt sich siegesgewiss

Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg gab sich Putin siegesgewiss. Probleme habe vor allem die ukrainische Gegenseite, sagte er in einer Pressekonferenz fĂŒr auslĂ€ndische Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur.

Von seiner Rede vor großem Publikum erwarten viele Russen jedoch, dass Putin Lösungen aufzeigt fĂŒr die aufgestauten Probleme im eigenen Land. Bei der Veranstaltung beantwortet er traditionell Fragen, die sich auch um den Ukraine-Krieg drehen dĂŒrften. Im fĂŒnften Kriegsjahr sieht sich Russland mit einem Wachstumseinbruch und andauernden westlichen Sanktionen konfrontiert. Dennoch will der Kreml auf dem Forum ökonomische StĂ€rke demonstrieren. 

Trump fÀnde Treffen von Selenskyj und Putin gut

Klar ist, dass Putin fĂŒr FriedensgesprĂ€che - wenn ĂŒberhaupt - genauso wenig nach Kiew reisen wird wie Selenskyj nach Moskau. Deshalb nannte der Ukrainer als Alternativen die Schweiz, die TĂŒrkei oder einen der arabischen Staaten. 

US-PrĂ€sident Donald Trump sagte vor Journalisten im Weißen Haus auf den Brief angesprochen, dass er es gut fĂ€nde, wenn es zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj kĂ€me. 

Inhaltlich ging die russische Seite nicht auf den Brief ein. Putin hatte kurz vor der Veröffentlichung des Schreibens gesagt, «wir sind zweifellos dazu bereit, mit der Ukraine eine Vereinbarung zu treffen». Basis dafĂŒr seien jedoch die Abmachungen von Anchorage, betonte der Kremlchef. In der Stadt in Alaska hatte ihn US-PrĂ€sident Trump im vergangenen Sommer getroffen. Konkrete Ergebnisse oder Abmachungen wurden danach allerdings nicht bekannt.

Russland beharrt auf voller Kontrolle ĂŒber Donbass 

Putin sagte, seine Forderung nach einer vollstÀndigen russischen Kontrolle der Gebiete Donezk und Luhansk widerspreche als Friedensbedingung nicht der postulierten Dialogbereitschaft. Seiner Darstellung zufolge greift die russische Armee auf ganzer Front an, wÀhrend der Ukraine Soldaten fehlten. Auf dem Schlachtfeld habe Russlands MilitÀr die Oberhand und verbuche stÀndig Gebietsgewinne, meinte er weiter. 

Die dafĂŒr von ihm angegebene Zahl von 2.440 hinzugewonnen Quadratkilometern liegt indes deutlich ĂŒber Kiews Angaben. Nach Berechnungen regierungsnaher ukrainischer MilitĂ€rbeobachter hat die russische Armee mit abnehmendem Tempo seit Jahresbeginn knapp 700 Quadratkilometer erobert. 

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

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