USA, MilitÀr

Trumps Sonderzölle: GrĂŒne plĂ€dieren fĂŒr Allianz der Gegenmacht

18.01.2026 - 14:38:27

Die GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Britta Haßelmann, hat scharf auf US-PrĂ€sident Donald Trumps AnkĂŒndigung von Sonderzöllen gegen Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder reagiert."Auf diese neuerliche Drohung Trumps muss die EU entschlossen und gemeinsam reagieren.

Wir mĂŒssen klarmachen, dass wir unsere VerbĂŒndeten, unsere SouverĂ€nitĂ€t und unsere Wirtschaft verteidigen und nicht einknicken, wenn Trump was will", sagte Haßelmann der "Welt".

"DafĂŒr brauchen wir ein europĂ€isches Signal der Geschlossenheit. Deshalb sind Gegenzölle der EU unabdingbar. Das muss nun schnell mit Einigkeit auf den Weg gebracht werden." Haßelmann sagte: "Die Zeit des Beschwichtigens, Relativierens und Abwartens ist vorbei." VerstĂ€ndnis fĂŒr Trump, wie Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) es zeige, "fĂŒhrt zu nichts. Friedrich Merz ist mit seiner bisherigen Strategie der Einbindung gescheitert." Die Forderung der GrĂŒnen-Politikerin: "Wir brauchen jetzt eine Allianz der Gegenmacht zwischen all den LĂ€ndern, die weiterhin faire Regeln wollen und gemeinsam fĂŒr die Sicherheitsinteressen Europas und der Nato einstehen."

Lea Reisner, Sprecherin fĂŒr internationale Beziehungen der Linken-Fraktion, sagte: "Nach den Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland und der militĂ€rischen Eskalation in Venezuela ist klar: Die USA unter Trump agieren nicht mehr als verlĂ€sslicher Partner, sondern setzen auf Machtpolitik mit wirtschaftlichen und militĂ€rischen Zwangsmitteln. Diese Politik legt schonungslos offen, dass die Nato nie ein WertebĂŒndnis war, sondern immer ein Machtinstrument unter US-FĂŒhrung - und dass sie unter einem eskalierenden Kurs aus Washington erst recht kein Garant fĂŒr StabilitĂ€t und Sicherheit ist."

Reisner forderte: Deutschland mĂŒsse darauf mit einer "eigenstĂ€ndigeren Außenpolitik reagieren und gezielt neue internationale Partnerschaften aufbauen, die auf Völkerrecht, Deeskalation und wirtschaftlicher StabilitĂ€t beruhen - statt sich von einem unberechenbaren Eskalationskurs abhĂ€ngig zu machen".

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel forderte ein anderes Vorgehen: "Eine weitere VerschĂ€rfung der US-Zoll-Politik wĂ€re eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die deutsche Wirtschaft. Statt in der Grönland-Frage rhetorisch weiter aufzurĂŒsten und zu versuchen, außenpolitisch die Muskeln spielen zu lassen, muss die Bundesregierung hier unbedingt deeskalierend wirken und sich fĂŒr GesprĂ€che und eine einvernehmliche Lösung einsetzen. Das liegt im ureigensten deutschen Interesse."

@ dts-nachrichtenagentur.de