Russlandfreundliche Partei von Wahl in Moldau ausgeschlossen
26.09.2025 - 19:24:58Kurz vor der richtungsweisenden Parlamentswahl in der Republik Moldau ist dem russlandorientierten BĂŒndnis Patriotischer Block ein schwerer Schlag zugefĂŒgt worden. Die Wahlkommission schloss die diesem BĂŒndnis angehörende Partei Herz Moldaus von der Abstimmung aus. Der Partei werden Medienberichten zufolge VerstöĂe bei der Finanzierung vorgeworfen. Das BĂŒndnis hat nun eine Frist von 24 Stunden, um seine Liste anzupassen.Â
In der kleinen Republik Moldau zwischen EU-Mitglied RumĂ€nien und der Ukraine wird am Sonntag ein neues Parlament gewĂ€hlt. Umfragen lieĂen zuletzt erwarten, dass die Partei der proeuropĂ€ischen PrĂ€sidentin Maia Sandus Aktion und SolidaritĂ€t (PAS) bei der Wahl wieder stĂ€rkste Kraft werden könnte, aber nicht mehr alleine regieren kann. Dem russlandorientierten BĂŒndnis wurden Chancen auf ein gutes Wahlergebnis eingerĂ€umt.
Die zentrale Wahlkommission in Chisinau berief sich bei der Entscheidung zum Ausschluss der Partei Herz Moldaus auf das Urteil eines Berufungsgerichts, die TĂ€tigkeit der Partei fĂŒr ein Jahr einzuschrĂ€nken. Daraus folge ein Teilnahmeverbot an Wahlen, hieĂ es in der Mitteilung. Auch als Mitglied des Patriotischen Blocks könne Herz Moldaus damit nicht antreten. Alle von der Partei benannten Kandidaten auf der Liste des Wahlblocks mĂŒssen demnach ausgeschlossen werden.
Zusammenschluss russlandorientierter Parteien
FĂŒr die Parlamentswahl haben sich die Partei Herz Moldaus von Irina Vlah, die Partei der Sozialisten von Ex-PrĂ€sident Igor Dodon, die Partei Zukunft Moldau von Ex-Regierungschef Vasile Tarlev und die Kommunistische Partei von Ex-PrĂ€sident Vladimir Voronin zum Patriotischen Block zusammengeschlossen. Vlah nannte den Beschluss eine «rechtswidrige und politisch motivierte Entscheidung».Â
Wahl am Sonntag
Die kleine Republik Moldau wĂ€hlt am Sonntag ein neues Parlament. In dem verarmten Agrarland streiten seit Jahrzehnten prorussische und proeuropĂ€ische KrĂ€fte um den Kurs. Anfang der Woche gab es landesweit Razzien. Die proeuropĂ€ische PrĂ€sidentin Maia Sandu erhob den Vorwurf russischer Einmischung in den Wahlkampf. Sie selbst wird aktiv von der EuropĂ€ischen Union unterstĂŒtzt. Seit 2022 ist Moldau EU-Beitrittskandidat.


