NaturkatastrophenschĂ€den auch 2025 trotz RĂŒckgang sehr hoch
13.01.2026 - 09:42:53Davon wurden etwa 108 Milliarden US-Dollar die Versicherer getragen. Damit reiht sich 2025 ein in immer mehr Jahre mit versicherten SchÀden jenseits der 100-Milliarden-Dollar-Grenze, obwohl die SchÀden unter den Vorjahreswerten (inflationsbereinigte GesamtschÀden 2024: 368 Milliarden US-Dollar, davon 147 Milliarden US-Dollar versichert) blieben. Von den GesamtschÀden entfielen 92 Prozent auf Wetterkatastrophen, bei den versicherten SchÀden waren es 97 Prozent.
Etwa 17.200 Menschen kamen bei den Naturkatastrophen weltweit ums Leben, deutlich mehr als im Vorjahr (rund 11.000), aber weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn und 30 Jahre (rund 17.800/41.900).
Hochwasser, Schwergewitter und WaldbrĂ€nde setzten ein Alarmzeichen. Diese "Non-Peak Perils" prĂ€gen zunehmend den langfristigen Trend und verursachten GesamtschĂ€den von 166 Milliarden US-Dollar, davon waren etwa 98 Milliarden US-Dollar versichert. Die Zerstörungen ĂŒbertrafen die inflationsbereinigten Durchschnittswerte der vergangenen zehn und 30 Jahre (GesamtschĂ€den: 136/90 Milliarden US-Dollar; versicherte SchĂ€den 60/33 Milliarden US-Dollar). Bei dieser Art von Naturkatastrophen ist sich die Wissenschaft weitestgehend einig, dass sie in vielen Teilen der Welt schwerer und hĂ€ufiger werden.
Angesichts dieser extremen SchĂ€den wird laut der MĂŒnchener RĂŒck deutlich: Nur durch Zufall, insbesondere das Ausbleiben von Hurrikan-Treffern auf das US-Festland trotz schwerer StĂŒrme, ist die Welt in diesem Jahr an potenziell noch viel gröĂeren SchĂ€den vorbeigeschrammt. So aber blieben die GesamtschĂ€den durch Naturkatastrophen weltweit unter den inflationsbereinigten Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre (266 Milliarden US-Dollar). Die versicherten SchĂ€den entsprachen in etwa dem Zehn-Jahres-Durchschnitt (inflationsbereinigt 107 Milliarden US-Dollar). Die preisbereinigten Durchschnitte der vergangenen 30 Jahre wurden 2025 sowohl bei den GesamtschĂ€den als auch den versicherten SchĂ€den deutlich ĂŒbertroffen.
Der Anteil der unversicherten SchĂ€den war mit rund 50 Prozent der GesamtschĂ€den niedriger als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (rund 60 Prozent). Das liegt am hohen versicherten Anteil bei den WaldbrĂ€nden nahe Los Angeles. Ohne sie wĂ€re die VersicherungslĂŒcke unverĂ€ndert zum Zehn-Jahres-Durchschnitt geblieben.
Die bei weitem kostspieligste Naturkatastrophe des Jahres waren die WaldbrĂ€nde im GroĂraum Los Angeles im Januar. Der Gesamtschaden betrug etwa 53 Milliarden US-Dollar, davon waren etwa 40 Milliarden US-Dollar versichert. Es war die bislang teuerste Waldbrand-Katastrophe aller Zeiten. 30 Menschen kamen ums Leben.
Ein schweres Erdbeben der StÀrke 7,7 in Myanmar war gemessen an den GesamtschÀden die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Vor allem war es aber eine humanitÀre Tragödie, denn rund 4.500 Menschen kamen ums Leben. Der Gesamtschaden betrug etwa zwölf Milliarden US-Dollar, nur ein kleiner Teil war versichert. Durch das Beben kam es sogar zu SchÀden in der thailÀndischen Hauptstadt Bangkok, zirka 1.000 km vom Epizentrum entfernt. Ursache war der tiefe weiche Schwemmlandboden unter Bangkok, in dem sich Bodenbewegungen verstÀrken.
AuffÀllig am Naturkatastrophenjahr 2025 ist, dass es viele extreme Ereignisse mit relativ sicherem Einfluss des Klimawandels gab. Beispiele waren die WaldbrÀnde bei Los Angeles, der hohe Anteil besonders starker Hurrikane im Nordatlantik und viele Hochwasserkatastrophen.
Tobias Grimm, Chefklimatologe von Munich Re, sagte: "In einer Welt im Fieber sind extreme Wetterkatastrophen wahrscheinlicher. 2025 war wieder eines der wÀrmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen".


