Ausland, Justiz

Amnesty: Zahl der Hinrichtungen auf höchstem Stand seit 1981

18.05.2026 - 06:46:09 | dts-nachrichtenagentur.de

Im Jahr 2025 sind weltweit mindestens 2.707 Menschen in 17 LĂ€ndern hingerichtet worden.

GefÀngnis (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
GefÀngnis (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das seien so viele wie seit 1981 nicht mehr, heißt es in einem aktuellen Bericht von Amnesty International.

Der dramatische Anstieg um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr war vor allem auf die AktivitĂ€ten weniger Staaten zurĂŒckzufĂŒhren, insbesondere China, den Iran und Saudi-Arabien. Mehr als zwei Drittel aller LĂ€nder weltweit hatten die Todesstrafe hingegen gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft.

In Iran wurden im Jahr 2025 mindestens 2.159 Menschen hingerichtet, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Saudi-Arabien verzeichnete mindestens 356 Exekutionen. Auch in den USA (von 35 auf 47), Singapur (von 9 auf 17), Ägypten (von 13 auf 23) und Kuwait (von 6 auf 17) stiegen die Zahlen der Hinrichtungen deutlich an. Weitere Staaten, in denen 2025 die Todesstrafe vollstreckt wurde, waren Afghanistan, Irak, Japan, Jemen, Nordkorea, Somalia, SĂŒdsudan, Taiwan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam

Die im Bericht dokumentierten 2.707 Hinrichtungen weltweit bildeten jedoch nur einen Teil des tatsĂ€chlichen Ausmaßes ab, da Exekutionen in China nicht erfasst wurden, wo entsprechende Daten als Staatsgeheimnis gelten. Amnesty International schĂ€tzt, dass in China jĂ€hrlich Tausende Personen hingerichtet werden.

Fast die HĂ€lfte aller dokumentierten Hinrichtungen im Jahr 2025 stand im Zusammenhang mit Drogendelikten. Im Iran betraf das 998 Hinrichtungen, in Saudi-Arabien 240, in Singapur 15 und in Kuwait 2. In einigen LĂ€ndern haben Strafmaßnahmen im sogenannten "Krieg gegen Drogen" die Ausweitung der Todesstrafe weiter vorangetrieben. So legten Algerien, Kuwait und die Malediven GesetzentwĂŒrfe vor, um den Anwendungsbereich der Todesstrafe auf Drogendelikte auszudehnen. In anderen LĂ€ndern wie Burkina Faso und Tschad steht zudem die WiedereinfĂŒhrung der Todesstrafe fĂŒr Straftaten wie "Hochverrat", "Terrorismus" und "Spionage" bevor.

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