Nahost, Israel

Zwei Tote bei Luftangriff im Libanon - Journalistin verletzt

22.04.2026 - 21:19:39 | dpa.de

Im SĂŒdlibanon kommt es trotz der Waffenruhe weiter zu tödlichen ZwischenfĂ€llen. Bei israelischen Luftangriffen gerieten jetzt nach libanesischen Berichten auch Journalistinnen in die Schusslinie.

Israelische Soldaten im SĂŒdlibanon. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
Israelische Soldaten im SĂŒdlibanon. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa

Bei einem israelischen Luftangriff im SĂŒdlibanon sind nach libanesischen Angaben zwei Menschen getötet und mindestens eine Journalistin verletzt worden. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, der Vorfall habe sich in dem Ort al-Tiri ereignet. 

Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden zunÀchst zwei Menschen bei einem israelischen Luftangriff in al-Tiri getötet. Die israelische Armee teilte dazu mit, es seien zwei Fahrzeuge identifiziert worden, die aus einem von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzten GebÀude gekommen seien. 

In der Mitteilung war die Rede von «Terroristen», die sich auf bedrohliche Weise israelischen Bodentruppen genĂ€hert hĂ€tten, die den sĂŒdlichen Teil des Libanons kontrollieren. Die Luftwaffe habe daraufhin eines der Fahrzeuge angegriffen. Anschließend sei auch das GebĂ€ude beschossen worden. 

Die Armee sei sich Berichten bewusst, denen zufolge zwei Journalistinnen verletzt worden seien. Bei den Journalistinnen handelt es sich den libanesischen Berichten zufolge um Mitarbeiterinnen der Hisbollah-nahen Zeitung «Al-Achbar». Eine von ihnen steckte demnach noch vor Ort fest. 

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) forderte die internationale Gemeinschaft auf, unverzĂŒglich Druck auf die israelische Armee auszuĂŒben, damit die Rettung der libanesischen Journalistin ermöglicht werde. «Ihr Leben ist derzeit in Gefahr! Anhaltende israelische Luftangriffe verhindern, dass RettungskrĂ€fte sie erreichen können», hieß es in der Mitteilung. 

Die Armee dementierte Angaben, denen zufolge Rettungsteams daran gehindert worden seien, das Gebiet zu erreichen. Man prĂŒfe den Vorfall. Das Gebiet der israelischen «Sicherheitszone» sei allgemein bekannt. Die israelische Armee ziele nicht auf Journalisten ab, achte aber auch auf die Sicherheit der eigenen Truppen. 

Israelische Soldaten sind trotz Vereinbarung einer Waffenruhe weiterhin im SĂŒdlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische FĂŒhrung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets.

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