Ukraine, Russland

Selenskyj will erneut Verteidigungsminister auswechseln

02.01.2026 - 21:43:35

In Kiew stellt PrĂ€sident Selenskyj den Sicherheits- und Verteidigungsapparat teils neu auf. Er kĂŒndigt eine Welle an VerĂ€nderungen an, darunter ein Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will erneut den Posten des Verteidigungsministers fĂŒr den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg neu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister fĂŒr digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, solle das Amt von Denys Schmyhal ĂŒbernehmen, kĂŒndigte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft an. Das ukrainische Parlament muss der Personalie zustimmen.

Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Er solle eine andere, fĂŒr die StabilitĂ€t des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe ĂŒbernehmen, sagte Selenskyj. «Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu Ă€ndern», sagte Selenskyj.

Fedorow beschĂ€ftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. «Zusammen mit unserem gesamten MilitĂ€r, der MilitĂ€rfĂŒhrung, den nationalen Waffenherstellern und den Partnern der Ukraine mĂŒssen wir im Verteidigungsbereich solche VerĂ€nderungen umsetzen, die hilfreich sind», sagte Selenskyj.

Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats

Die Personalie ist ein weiterer Baustein einer von Selenskyj angestoßenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats in der Ukraine. «Heute haben wir einen grundlegenden Neustart begonnen – interne VerĂ€nderungen, damit die Ukraine stabiler wird», sagte Selenskyj. Wegen Problemen in der Vergangenheit gebe es eine «Welle personeller VerĂ€nderungen». Weitere sollen demnach folgen.

Zuvor hatte er den MilitĂ€rgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum neuen Chef seiner PrĂ€sidialkanzlei gemacht, nachdem seine bisherige rechte Hand auf dem Posten, Andrij Jermak, im Zuge eines Korruptionsskandals zurĂŒckgetreten war. 

Budanows Nachfolge beim MilitĂ€rgeheimdienst HUR ĂŒbernahm der Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko. Der 56 Jahre alte Generalleutnant Iwaschtschenko solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen SchwĂ€chung Russlands und an der EinschrĂ€nkung von Moskaus MilitĂ€rpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj mit.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe, darunter auch von befreundeten Geheimdiensten, seit bald vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Trotz Verhandlungen ist ein Ende des Krieges bisher nicht in Sicht.

@ dpa.de

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