Bundesregierung gegen neuen Siedlungsbau im Westjordanland
15.08.2025 - 00:32:09Die Bundesregierung lehnt die israelischen PlĂ€ne zum Bau von Tausenden neuen Wohneinheiten im Westjordanland ab. «Der Siedlungsbau verstöĂt gegen das Völkerrecht und einschlĂ€gige Resolutionen des UN-Sicherheitsrats», teilte ein Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin mit. «Er erschwert eine verhandelte Zweistaatenlösung sowie ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlands, wie der Internationale Gerichtshof es fordert.»
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich verkĂŒndete zuletzt PlĂ€ne zum Bau von rund 3.400 Wohneinheiten im Gebiet E1 zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den PalĂ€stinensern. Seine Bebauung wĂŒrde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen sĂŒdlichen Teil unterteilen und ein zusammenhĂ€ngendes Territorium fĂŒr einen kĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staat erheblich erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Smotrich drohte zudem mit der Annexion des Westjordanlands, sollte im kommenden Monat ein palĂ€stinensischer Staat anerkannt werden.Â
Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler inmitten von rund drei Millionen PalĂ€stinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. «Die Bundesregierung ruft die israelische Regierung dazu auf, den Siedlungsbau einzustellen, und wird nur solche Ănderungen der Grenzen vom 04.06.1967 anerkennen, die von den Konfliktparteien vereinbart worden sind», sagte der Sprecher des AuĂenministeriums. «Jegliche AnnexionsplĂ€ne der israelischen Regierung lehnt die Bundesregierung klar ab.»


