Selenskyj spricht von 55.000 getöteten ukrainischen Soldaten
05.02.2026 - 01:52:28Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat die offiziellen Verluste eigener Truppen seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp vier Jahren auf 55.000 getötete Soldaten beziffert. Darunter fielen auch Berufssoldaten und Mobilisierte, sagte er dem französischen Sender France2 in einem Interview. Hinzu komme eine groĂe Zahl von Menschen, die vermisst wĂŒrden, sagte der mit den TrĂ€nen kĂ€mpfende Staatschef.Â
WĂ€hrend beide Kriegsparteien tĂ€glich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands FĂŒhrung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners erhöhen. Andere SchĂ€tzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.
Vor einem Jahr hatte Selenskyj die Verluste der ukrainischen StreitkrĂ€fte in einem Interview des britischen Journalisten Piers Morgan auf mehr als 45.000 gefallene und 390.000 verletzte Soldaten seit Kriegsbeginn beziffert. Seinen neuen Aussagen nach zu folgern wĂ€ren damit innerhalb eines Jahres etwa 9.000 getötete Soldaten hinzugekommen. Allein beim Austausch der Leichen getöteter Soldaten erhielt die ukrainische Seite von Russland seit 2025 die sterblichen Ăberreste von mehr als 16.500 Gefallenen zurĂŒck.
Denkfabrik: Russische Verluste um ein Vielfaches höher
Ein Bericht der in Washington ansĂ€ssigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) ging Ende Januar allein fĂŒr die Ukraine von Verlusten von 500.000 bis 600.000 Soldaten seit Kriegsbeginn im Februar 2022 aus, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. Die Verluste auf der russischen Seite wurden darin mit 1,2 Millionen Soldaten beziffert, davon 325.000 Tote. Das CSIS stĂŒtzt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des MilitĂ€rs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener LĂ€nder.
Es gibt auch Versuche, anhand von Beerdigungen, Todesanzeigen und Posts in sozialen Netzwerken bestÀtigte TodesfÀlle von ukrainischen und russischen Soldaten zu zÀhlen. Das russische Nachrichtenportal «Mediazona» ging Ende Januar von mindestens 168.000 nachweislich getöteten russischen Soldaten aus. Auf der ukrainischen Website ualosses.org wurde der Stand mit 87.000 toten Soldaten, 86.000 Vermissten sowie 4.400 ukrainischen Kriegsgefangenen in Russland angegeben. Die Macher beider Webseiten gehen allerdings davon aus, dass ihre ZÀhlungen unvollstÀndig sind, weil viele TodesfÀlle nicht bekannt werden.
Wird der Tod eines ukrainischen Soldaten im Kampfeinsatz anerkannt, bekommen Angehörige in Summe 15 Millionen Hrywnja ausgezahlt, umgerechnet rund 294.000 Euro.


