Liberia, Wahlen

Kopf-an-Kopf-Rennen nach PrÀsidentenwahl in Liberia

17.10.2023 - 12:39:50

Liberia ist reich an BodenschÀtzen, gehört aber dennoch zu den Àrmsten LÀndern der Welt. Der Kampf gegen Korruption kommt nicht recht voran. Bei der PrÀsidenten-Wahl liegen zwei AnwÀrter fast gleichauf.

Bei Wahlen im westafrikanischen Liberia liefert sich der PrĂ€sident und Ex-Weltfußballer George Weah ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Herausforderer Joseph Boakai. Beim Stand von 92 Prozent der ausgezĂ€hlten Stimmen kam Weah (57) bislang auf 43,56 Prozent, wĂ€hrend Boakai 43,70 Prozent der Stimmen erzielte, teilte die Wahlkommission am Dienstag mit. ErhĂ€lt kein Kandidat die absolute Mehrheit, soll am 7. November eine Stichwahl stattfinden.

Auch bei der vergangenen Abstimmung 2017 kam es bereits zu einer Stichwahl. Damals konnte sich Weah im Kampf um die Nachfolge der FriedensnobelpreistrĂ€gerin Ellen Johnson-Sirleaf gegen ihren VizeprĂ€sidenten Boakai (78) durchsetzen. Zwei Jahrzehnte nach Ende eines verheerenden BĂŒrgerkriegs hofft Weah nun auf eine zweite Amtszeit. Insgesamt stellten sich am 10. Oktober 20 Kandidaten zur Wahl.

Zwei BĂŒrgerkriege lasten auf dem Land

Der KĂŒstenstaat am Atlantik gehört trotz Vorkommen an Gold, Diamanten und Eisenerz zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Neben den wirtschaftlichen Problemen bewegen vor allem Korruption und die schleppende Aufarbeitung der Verbrechen der zwei BĂŒrgerkriege viele Liberianer. Zwischen 1989 bis 2003 wurden rund 250.000 Menschen getötet. Die meisten Kriegsverbrecher sind weiter straffrei.

Weah - Vertreter der Koalition fĂŒr Demokratischen Wechsel (CDC) - hatte versprochen, ein gefordertes Sondergericht fĂŒr Kriegsverbrechen einzurichten, tat dies bislang aber nicht. Die Regierung des beliebten frĂŒheren Fußballstars, der fĂŒr Clubs wie Paris Saint-Germain, AC Mailand und FC Chelsea spielte, wird auch mit mehreren Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht. Herausforderer Boakai von der Partei fĂŒr Einheit (UP) verspricht neue ArbeitsplĂ€tze und Investitionen in die Infrastruktur des hoch verschuldeten Landes.

Neben dem PrÀsidenten werden 73 Abgeordnete sowie 15 der 30 Senatoren neu gewÀhlt.

@ dpa.de