USA, Justiz

Sicherheitspolitiker fordern deutsche Ermittlungen zum Fall Epstein

06.02.2026 - 08:00:57

Mehrere Sicherheitspolitiker im Bundestag fordern eine systematische Auswertung der neu veröffentlichten US-Unterlagen zum Fall Jeffrey Epstein durch deutsche Staatsanwaltschaften.Sie sollten sich "die Epstein-Akten genau anschauen und gegebenenfalls amerikanische Behörden nach weiteren Informationen anfragen", sagte der GrĂŒnen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dem "Handelsblatt".

Von der Bundesregierung verlangt er Auskunft, inwieweit deutschen Nachrichtendiensten und anderen Sicherheitsbehörden Kenntnisse ĂŒber Epsteins Taten sowie ĂŒber dahinterstehende "ausbeuterische, kriminelle oder pĂ€dokriminelle Netzwerke" und deren internationale BezĂŒge bekannt gewesen seien.

Ähnlich Ă€ußerte sich der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Marc Henrichmann (CDU). In die "unsĂ€glichen Epstein-Machenschaften" seien offenbar hochrangige Entscheider aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verwickelt gewesen, sagte er dem "Handelsblatt". Die EnthĂŒllungen böten "erhebliches Kompromittierungs- und Erpressungspotential". Es mĂŒsse geprĂŒft werden, ob dadurch Entscheidungen "zulasten der Sicherheit Deutschlands und Europas" beeinflusst worden sein könnten. Das Parlament werde den Sicherheitsbehörden dazu Fragen stellen.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, hĂ€lt deutsche BezĂŒge fĂŒr möglich. "Angesichts der zahlreichen Verflechtungen in europĂ€ische Machtzirkel ist es keineswegs ausgeschlossen, dass sich Verflechtungen auch nach Deutschland ergeben können", sagte der dem "Handelsblatt". FĂŒr die strafrechtliche Aufarbeitung verwies Fiedler auf eine enge Zusammenarbeit deutscher und US-Ermittlungsbehörden und erwartet, dass deutsche Stellen in einschlĂ€gigen FĂ€llen beteiligt werden. Zugleich sieht Fiedler eine mögliche geheimdienstliche Dimension. Sollte sich der von Polens Regierungschef Donald Tusk geĂ€ußerte Verdacht einer möglichen russischen Einflussoperation bestĂ€tigen, "wĂŒrde das zahlreiche Folgefragen aufwerfen, die auch uns hier betreffen".

@ dts-nachrichtenagentur.de