Ukraine, Russland

Wadephul: Moskau will mit Revanchismus-Vorwürfen ablenken

03.02.2026 - 01:13:35 | dpa.de

Moskau wirft Deutschland vor, mit der Unterstützung der Ukraine Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen. Der Außenminister hält dagegen und würdigt sowjetische Opfer im Kampf gegen die Nazis.

Beim Treffen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem neuseeländischen Kollegen Winston Peters spielt auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eine Rolle. - Foto: Jens Büttner/dpa

Außenminister Johann Wadephul weist Moskauer Revanchismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine strikt zurück. «Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands», sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters in dessen Heimatregion Bay of Islands nahe der Stadt Kerrikerri auf der neuseeländischen Nordinsel. Wadephul fügte zugleich hinzu, Deutschland habe «überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten». 

«Wir wissen, dass wir auch mit Opfern der damaligen Sowjetunion – und das waren dann auch Opfer aus der Ukraine, aber auch von anderen Völkern der Sowjetunion – von der Nazi-Herrschaft befreit worden sind», sagte Wadephul. «Das ist eine historische Wahrheit, die bestehen bleibt und die niemand in Deutschland bestreitet.» Er ergänzte: «Aber wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken.» 

Peters sagte an Wadephul gerichtet, man stimme «darin überein, dass die Wahrung der territorialen Integrität ein Grundprinzip des internationalen Systems ist».

Moskau: Bundeswehrsoldaten in Ukraine wären legitime Ziele

In einer schriftlichen Mitteilung des russischen Außenministeriums wirft Moskau der Bundesregierung vor, sie habe «aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen». Teil dieses «Revanchismus» sei die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine. Dort kämen 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut massenhaft deutsche Waffen gegen russisches Gebiet zum Einsatz, kritisierte das Außenamt in Moskau. 

In Litauen sei die Bundeswehr bereits stationiert. Sollte Berlin dieses in der Ukraine versuchen, würden die Soldaten - wie andere ausländische Truppen auch - als «legitime Ziele» bekämpft werden, heißt es zur Diskussion um die Beteiligung Deutschlands an einer internationalen Sicherheitstruppe nach einem Ende des Ukraine-Kriegs

Wadephul: Schätzen Einsatz Neuseelands für Ukraine sehr

Wadephul sagte zu einem möglichen Einsatz von Bundeswehrsoldaten zur Absicherung einer künftigen Friedenslösung in der Ukraine, es liege in den Händen Russlands, «jetzt eine Grundlage dafür zu schaffen, dass eine sichere Friedensordnung entstehen kann». Eine Einigung würde Vereinbarungen darüber enthalten, ob und in welcher Form ausländische Truppen auf ukrainischem Gebiet stationiert werden könnten. 

«Wir arbeiten konstruktiv daran, dass endlich dieser schreckliche Krieg beendet werden kann. Auf russischer Seite können wir zum jetzigen Zeitpunkt bedauerlicherweise nur destruktives Verhalten feststellen», kritisierte Wadephul. Der Minister dankte Neuseeland für seine Unterstützung für die Ukraine. Von finanzieller und militärischer Unterstützung bis hin zum Training für ukrainische Soldaten - «Neuseeland ist an der Seite Europas. Das wertschätzen wir sehr.»

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 68545837 |

Weitere Meldungen

Bundesregierung vor angekündigter Ukraine-Feuerpause skeptisch Die Bundesregierung hat mit Zurückhaltung auf die durch Russland angekündigte 32-stündige Feuerpause reagiert. (Politik, 10.04.2026 - 14:18) weiterlesen...

Vor Ungarn-Wahl: Orban unterstellt Opposition Umsturzpläne. Orbans Verschwörungserzählung dürfte aus russischen Desinformations-Kanälen stammen, meint ein Experte. Zusammen mit ausländischen Geheimdiensten würde Herausforderer Magyar Unruhen und Chaos planen. (Ausland, 10.04.2026 - 12:28) weiterlesen...

Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. (Boerse, 10.04.2026 - 11:32) weiterlesen...

Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. (Boerse, 10.04.2026 - 09:49) weiterlesen...

Oster-Waffenruhe: Kurzes Durchatmen im Ukraine-Krieg?. Knapp eineinhalb Tage sollen die Waffen nun ruhen, heißt es aus Moskau. Mehrfach schlug die Ukraine eine Feuerpause über das orthodoxe Osterfest vor. (Ausland, 10.04.2026 - 05:00) weiterlesen...

Selenskyj bestätigt Oster-Waffenruhe. Kremlchef Putin kündigt eine knapp eineinhalb-tägige Waffenruhe an. Kiew hat mehrfach eine Feuerpause über Ostern angeboten und will sich daran halten. Präsident Selenskyj schlägt noch mehr vor. Selenskyj bestätigt Oster-Waffenruhe (Ausland, 09.04.2026 - 23:39) weiterlesen...