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UN-Chef: Auch positive Signale im Kampf gegen Klimakrise

24.09.2025 - 21:04:18

Trotz Rekordinvestitionen in saubere Energie: Die Welt droht, das selbstgesteckte Klimaziel von Paris zu reißen. Welche LĂ€nder jetzt unter besonderem Druck stehen.

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres sieht im Kampf gegen die Klimakrise auch positive Entwicklungen – etwa bei der Energiewende. «Wir stehen am Beginn einer neuen Energie-Ära», sagte Guterres bei einem Treffen am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. «Wir mĂŒssen diesen gĂŒnstigen Zeitpunkt nutzen.» 

Als Beispiele nannte er China und Indien, die beiden bevölkerungsreichsten Staaten. Beide hĂ€tten einige ihrer selbst gesetzten Ziele fĂŒr den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich frĂŒher erreicht als geplant. Und: Im vergangenen Jahr sei weltweit doppelt so viel in saubere Energie investiert worden wie in Öl, Gas und Kohle – trotz enormer Subventionen fĂŒr diese fossilen Brennstoffe, die die MĂ€rkte verzerrten.

Das Treffen in New York dient der Vorbereitung der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien im November. LÀnder sind aufgerufen, spÀtestens bis Ende des Monats aktualisierte KlimaschutzplÀne vorzustellen. 

Appell zu «dramatischen Emissionssenkungen» 

Guterres sagte, die aktuellen PlĂ€ne aller Staaten wĂŒrden die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 nur um 2,6 Prozent senken – notwendig sind nach UN-Berechnungen aber 43 Prozent. Jetzt mĂŒssten neue PlĂ€ne fĂŒr 2035 her, die viel weitergingen und viel schneller vorankĂ€men, mit «dramatischen Emissionssenkungen».

Die Allianz kleiner Inselstaaten, deren Mitglieder vom steigenden Meeresspiegel existenziell bedroht sind, warnte die ĂŒbrigen UN-Staaten vor einem «Verrat an den SchwĂ€chsten». Die Botschafterin Palaus bei den Vereinten Nationen, Ilana Seid, sagte: «Die Welt beobachtet aufmerksam, wer die Initiative ergreift und die FĂŒhrung ĂŒbernimmt. Insbesondere blicken wir auf unsere Freunde in der EuropĂ€ischen Union.» Die EU war in die Kritik geraten, weil der Staatenverbund wegen interner Unstimmigkeiten nicht mit einem neuen, verbindlichen Klimaschutzplan nach New York angereist ist, sondern nur mit einer wenig verbindlichen AbsichtserklĂ€rung.

Schon jetzt nahe der 1,5-Grad-Marke

Dennoch versprach EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede, Europa werde beim Klimaschutz weiter ehrgeizige Ziele verfolgen. Ihren offiziellen Plan zu den neuen Klimazielen werde die EU noch vor Beginn der Weltklimakonferenz einreichen.

Schon jetzt hat sich die Erde nach SchĂ€tzungen der Weltwetterorganisation WMO um 1,3 bis 1,4 Grad erhitzt, im Vergleich zum Basiswert von 1850–1900. Angesichts der Unsicherheitsbereiche kann nicht ausgeschlossen werden, dass die 1,5-Grad-Marke aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 bereits ĂŒberschritten ist.

@ dpa.de