USA, Demonstration

US-Medien: Nationalgarde im Raum Chicago im Einsatz

09.10.2025 - 18:36:37

Trump hat Soldaten in den Großraum Chicago beordert. Ein Gericht soll klĂ€ren, ob sie eingesetzt werden dĂŒrfen. US-Medien haben sie dort bereits gesichtet.

  • Laut US-Medien waren Nationalgardisten schon im Einsatz. - Foto: Anna Ringle/dpa

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  • Die Nationalgarde ist nach US-Medienberichten inzwischen im Raum Chicago im Einsatz.  - Foto: Stacey Wescott/TNS via ZUMA Press Wire/dpa

    Stacey Wescott/TNS via ZUMA Press Wire/dpa

Laut US-Medien waren Nationalgardisten schon im Einsatz. - Foto: Anna Ringle/dpaDie Nationalgarde ist nach US-Medienberichten inzwischen im Raum Chicago im Einsatz.  - Foto: Stacey Wescott/TNS via ZUMA Press Wire/dpa

Die von US-PrĂ€sident Donald Trump in den Großraum Chicago beorderten Nationalgardisten sind nach Angaben mehrerer US-Medien bereits im Einsatz. Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf eigene Videoaufnahmen, dass auf dem GelĂ€nde einer Einrichtung der Migrationsbehörde ICE in der NĂ€he der Millionenstadt Nationalgardisten patrouilliert hĂ€tten. Bereits in der Nacht seien Soldaten aus Texas beobachtet worden, wie sie das GelĂ€nde betreten. Auch der TV-Sender CBS News berichtete unter Berufung auf Gemeindeangaben ĂŒber die Ankunft. 

Am Vormittag waren vor der ICE-Einrichtung in Broadview nur einzelne Protestierende zu sehen - dort gibt es seit Wochen immer wieder Proteste gegen das Vorgehen von ICE. Die US-Regierung hatte im September einen Großeinsatz der Einwanderungsbehörde in Chicago veranlasst. Migranten, die dabei festgenommen werden, werden nach Angaben der örtlichen Verwaltung zunĂ€chst in die Einrichtung in Broadview gebracht, die knapp 20 Kilometer westlich von der Innenstadt Chicagos liegt.

Illinois und Chicago klagen gegen Einsatz der Nationalgarde

Nach MilitĂ€rangaben befinden sich inzwischen 500 Nationalgardisten in der Region im Bundesstaat Illinois. Es war fĂŒr Donnerstag noch eine Anhörung vor einem Bundesgericht in Chicago angesetzt - das Gericht könnte die PlĂ€ne von PrĂ€sident Trump fĂŒr einen Einsatz der Soldaten in der Millionenstadt durchkreuzen. Der Bundesstaat Illinois und die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt der USA klagen gegen Trump, weil sie einen Einsatz von Mitgliedern der Nationalgarde auf Geheiß der US-Regierung in Illinois fĂŒr rechtswidrig halten. 

In den USA haben im Normalfall die Bundesstaaten die Kontrolle ĂŒber die Nationalgarde, die eine militĂ€rische Reserveeinheit und Teil der US-StreitkrĂ€fte ist. Sie kann etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder NotfĂ€llen im Inneren eingesetzt werden. In Kriegszeiten oder bei nationalen NotfĂ€llen kann der US-PrĂ€sident aber das Kommando ĂŒbernehmen.

Die BĂŒrgermeisterin von Broadview hatte in einem Brief an die Bewohner des Ortes gegen den angekĂŒndigten Einsatz der Nationalgardisten protestiert. Sie warf dem PrĂ€sidenten vor, es gehe um EinschĂŒchterung und um eine militĂ€rische Besetzung von Broadview.

Heimatschutzministerin: «Wir werden nicht zurĂŒckweichen»

Unterdessen machte Heimatschutzministerin Kristi Noem deutlich, dass die EinsĂ€tze ihr unterstellter Behörden - zu denen auch ICE zĂ€hlt - im Raum Chicago ausgebaut werden sollten. In einer Kabinettssitzung mit Trump sagte sie, man wolle mehr GebĂ€ude in Chicago kaufen, um von dort aus zu operieren. «Wir werden nicht zurĂŒckweichen», sagte sie. Sie machte nicht ganz genau klar, was genau sie fĂŒr EinsĂ€tze damit meinte.

Richterin untersagt Einsatz von Gummigeschossen und Reizgas

Am Nachmittag (Ortszeit) hatte eine Richterin in Chicago außerdem einem Eilantrag von Medienschaffenden gegen das US-Heimatschutzministerium stattgegeben. Sie untersagte Bundesbeamten im Großraum Chicago vorlĂ€ufig, Gewalt gegen Pressevertreter, Demonstrierende und GlĂ€ubige anzuwenden oder diese einzuschĂŒchtern. So dĂŒrften unter anderem keine Waffen wie Gummigeschosse oder Reizgas eingesetzt werden, hieß es in der einstweiligen VerfĂŒgung. Reporter dĂŒrften demnach nicht an ihrer Arbeit gehindert oder festgenommen werden, es sei denn, es bestehe ein Tatverdacht. Beamte dĂŒrften sie allerdings anweisen, ihren Standort zu wechseln, wenn sie einen Polizeieinsatz behindern könnten.

@ dpa.de