Iran, USA

Iran: Indirekte Verhandlungen mit USA begonnen

06.02.2026 - 11:25:15

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte der iranischen FĂŒhrung jĂŒngst noch mit einem Angriff gedroht. Nun verhandeln Regierungsvertreter beider LĂ€nder - zunĂ€chst aber nur indirekt.

Die fĂŒr heute geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben nach iranischer Darstellung in einem indirekten Format begonnen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sei auf dem Weg zu einem zweiten Treffen mit seinem omanischen Amtskollegen Badr al-Bussaidi, berichtete eine Korrespondentin des Staatsfernsehens aus der omanischen Hauptstadt Maskat. Zuvor hatte das omanische Staatsfernsehen den Beginn der GesprĂ€che knapp vermeldet.

Das Außenministerium in Maskat teilte mit, al-Bussaidi habe sich jeweils separat mit Araghtschi sowie der US-Delegation um den US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, Jared Kushner, getroffen. «Die Beratungen waren darauf fokussiert, angemessene Bedingungen fĂŒr die Wiederaufnahme diplomatischer und technischer Verhandlungen zu schaffen (...)», hieß es in der Mitteilung. Ob es am Freitag auch noch zu direkten Verhandlungen zwischen Araghtschi und Witkoff kommt, blieb zunĂ€chst unklar.

Laut einem Bericht des «Wall Street Journals» unter Berufung auf US-Regierungskreise soll an den GesprĂ€chen auch der Oberbefehlshaber der amerikanischen StreitkrĂ€fte in der Region, Admiral Brad Cooper, teilnehmen. Der Iran sieht darin den Versuch einer «Machtdemonstration», wie das Onlineportal Nur-News berichtete. «Das Einbringen der militĂ€rischen Komponente erhöht das Risiko und die Kosten der Verhandlungen; die Verantwortung dafĂŒr liegt bei den USA», hieß es in einem Bericht.

Regionale Staaten vermitteln 

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt gewachsen. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte der StaatsfĂŒhrung in Teheran mehrfach gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher RepressionskrĂ€fte gegen Demonstranten bei den jĂŒngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende Menschen getötet worden sein. Das US-MilitĂ€r hat seine PrĂ€senz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem FlugzeugtrĂ€ger «USS Abraham Lincoln» und dessen Begleitschiffen.

Regionale MĂ€chte wie die TĂŒrkei, Saudi-Arabien und Katar hatten in den vergangenen Tagen intensiv vermittelt. Ihre Regierungen unterhalten pragmatische Beziehungen zum Iran und haben kein Interesse an einem regionalen Krieg, dessen Folgen auch sie treffen wĂŒrden.

Knackpunkt Atomprogramm

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran ĂŒber Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die GesprĂ€che waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans FĂŒhrung ihre Urananreicherung vollstĂ€ndig einstellt. Der Oman war damals bereits Gastgeber von GesprĂ€chen.

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die StreitkrÀfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche spÀter schloss sich das US-MilitÀr dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.

USA fordern ZugestÀndnisse aus Teheran

US-Außenminister Marco Rubio forderte zuletzt ZugestĂ€ndnisse aus Teheran. Damit Verhandlungen tatsĂ€chlich zu einem «sinnvollen Ergebnis» fĂŒhrten, mĂŒssten etwa die Reichweite der ballistischen Raketen, die UnterstĂŒtzung terroristischer Organisationen, das Atomprogramm und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte er.

Irans Regierung hofft auf Aufhebung von Sanktionen

Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet eine vollstĂ€ndige Aufgabe seines Atomprogramms jedoch als rote Linie. Auch Verhandlungen ĂŒber das heimische Raketenprogramm schloss Irans Regierung vor dem Termin kategorisch aus.

Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten Sanktionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jĂŒngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.

Protestbewegung im Iran sieht Verhandlungen kritisch

Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine UnterstĂŒtzung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner fĂŒr einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus. 

Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritĂ€re Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fĂŒrchten, dass neue GesprĂ€che der Regierung in Teheran nun den RĂŒcken stĂ€rken. Tausende Demonstranten sollen in den NĂ€chten des 8. und 9. Januar getötet worden sein.

@ dpa.de

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