Justiz blockiert Ausschluss von Transmenschen aus US-MilitÀr
19.03.2025 - 03:06:50Eine Richterin hat den auf GeheiĂ von US-PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Ausschluss von Transmenschen aus dem MilitĂ€r untersagt. Das Vorhaben verstoĂe gegen das Verfassungsgebot, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden mĂŒssen, erklĂ€rte die zustĂ€ndige Richterin Ana C. Reyes. «Das Gericht ist sich bewusst, dass dieses Urteil zu hitzigen öffentlichen Debatten und Berufungen fĂŒhren wird», schrieb sie in ihrer UrteilsbegrĂŒndung. In einer gesunden Demokratie sei das aber etwas Positives.Â
Richterin argumentiert mit deutlichen Worten
Der PrĂ€sident hĂ€tte eine Politik entwerfen können, die das BedĂŒrfnis der Nation nach einer einsatzbereiten Armee mit dem Recht aller Amerikaner auf Gleichbehandlung in Einklang bringe, argumentierte die Richterin. Die von seiner Regierung erlassene Regelung erfĂŒlle dieses Ziel nicht. Ungewöhnlich deutlich schrieb sie weiter: «Wir sollten uns jedoch alle darin einig sein, dass jede Person, die dem Ruf zum Dienst gefolgt ist, unsere Dankbarkeit und unseren Respekt verdient.» Das Gericht spreche allen aktiven MilitĂ€rs und Veteranen seine Anerkennung aus.
Das US-Verteidigungsministerium hatte vor einigen Wochen angeordnet, dass Transmenschen weitgehend vom MilitĂ€rdienst ausgeschlossen werden sollen â auch aktive Soldatinnen und Soldaten. «Der Dienst dieser Individuen ist nicht im besten Interesse der StreitkrĂ€fte und nicht eindeutig im Einklang mit den Interessen der nationalen Sicherheit» heiĂt es in einer Pentagon-Weisung, die auf Anordnung von PrĂ€sident Trump erarbeitet wurde.Â
FrĂŒhere Pentagon-Richtlinie untersagte Diskriminierung
Transmenschen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft trans- und geschlechtsdiverse IdentitĂ€ten seit 2019 nicht mehr als psychische Erkrankung ein, um ein modernes VerstĂ€ndnis von GeschlechteridentitĂ€t widerzuspiegeln. Eine frĂŒhere Richtlinie des Pentagon untersagte die Diskriminierung aufgrund von GeschlechteridentitĂ€t.
Das Verteidigungsministerium hatte angewiesen, dass Verantwortliche der einzelnen Zweige der StreitkrĂ€fte binnen 30 Tagen alle Personen mit einer Diagnose oder Vorgeschichte von «Geschlechtsdysphorie» identifizieren sollen. Diese Menschen sollten dann vom MilitĂ€r ausgeschlossen und ehrenhaft entlassen werden â es sei denn, «ihre Akte rechtfertigt» den Verbleib.
Genaue Zahl von Transmenschen im MilitÀr unklar
Das Pentagon erkennt laut der Weisung nur zwei Geschlechter an. Dienstmitglieder mĂŒssen entsprechend ihrem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht mit «Sir» und «Maâam» angesprochen werden und dies akzeptieren. Zudem sollen geschlechtsangleichende Behandlungen nicht mehr ĂŒber die Gesundheitsvorsorge des MilitĂ€rs finanziert und geplante Operationen abgesagt werden.
Bisher durften aufgrund einer RegelÀnderung unter der Regierung des damaligen US-PrÀsidenten Barack Obama offen als Transmenschen lebende Personen seit 2016 im US-MilitÀr dienen. Ihre genaue Zahl in den StreitkrÀften ist unklar, da einheitliche Studien fehlen und viele sich aus Angst vor Diskriminierung nicht zu erkennen geben. SchÀtzungen gehen aber von einem niedrigen einstelligen Prozentsatz im aktiven Dienst aus.


