Weizen, Ausbruch

Weizen vor erneutem Ausbruch?

Der Weizenmarkt musste in den vergangenen Handelstagen deutlich Federn lassen. Gewinnmitnahmen und BefĂŒrchtungen ĂŒber eine höhere Welternte ließen die Kurse regelrecht einbrechen. Das Getreide verbilligte sich von rund 1.300 USC Mitte MĂ€rz auf aktuell weniger als 950 USC. Damit musste auch der seit Mai 2007 bestehende AufwĂ€rtstrend aufgegeben werden. Erst an der wichtigen UnterstĂŒtzung bei 900 USC konnte dem Treiben der BĂ€ren Einhalt geboten werden. Seit einigen Tagen verdichten sich indes die Anzeichen, das Weizen den mittelfristigen AufwĂ€rtstrend zurĂŒckerobern wird. Klimaprobleme haben dem Weizenkurs wieder Leben eingehaucht. Es wird zunehmend realistisch, dass der Winterweizen in den Great Plains (USA) von negativen WitterungseinflĂŒssen betroffen ist. Eine ausgeprĂ€gte Trockenphase in den US-Bundesstaaten Oklahoma, Texas und Kansas hat sich voraussichtlich negativ auf das Pflanzenwachstum ausgewirkt. WĂ€hrenddessen kĂ€mpfen die Farmer in Kentucky, Missouri und dem sĂŒdlichen Illinois mit sintflutartigen RegenfĂ€llen. Die DĂŒrre im Westen und die ĂŒberfluteten Felder im Osten könnten die US-Farmer in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Weitere, fĂŒr den Kurs förderliche, News kommen derweil aus Indien. Am Montag lies das dortige Agrarministerium verlauten, dass sich die Erntemengenerwartungen fĂŒr das Jahr 2008 auf unverĂ€ndertem Niveau bei 74,81 Mio. Tonnen bewegen. Dies wĂŒrde einen RĂŒckgang gegenĂŒber dem Vorjahr um 1 Mio. Tonnen bedeuten. Experten rechnen damit, dass auch der indische Weizen infolge von ungewöhnlich starken RegenfĂ€llen in den Hauptanbauregionen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte. Aufgrund dieser verĂ€nderten Rahmenbedingungen hat sich der Weizenkurs wieder auf ein charttechnisch sehr viel festeres Fundament erholt. Sollte das Getreide nun den schnellen Sprung ĂŒber die psychologisch wichtige Marke von 1.000 USC schaffen, stehen im nĂ€chsten Schritt die letzten HöchststĂ€nde bei 1.300 USC auf der Agenda. Fundamental sieht es momentan wieder deutlich besser fĂŒr den Weizenpreis aus. Wetterprobleme, auf historischen TiefststĂ€nden notierende LagerbestĂ€nde und ExportbeschrĂ€nkungen wichtiger Weizenexporteure, wie Russland und der Ukraine, dĂŒrften Weizen in den kommenden Wochen wieder in den Fokus der Anleger rĂŒcken. Die zunehmende Nachfrage aus den SchwellenlĂ€ndern und der steigende Bedarf aus der Ethanolindustrie sorgen fĂŒr zusĂ€tzliche Kursphantasie. Auf Sicht von 6 Monaten billigen wir Weizen ein Kursniveau von 1.500 USC zu.
@ ad-hoc-news.de | 10.04.08 10:29 Uhr