Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Dax gibt am Ende einer tiefroten Woche leicht nach

06.03.2026 - 12:23:39 | dpa.de

Am Ende einer sehr schwachen Woche hat sich der Dax DE0008469008 mit einer Stabilisierung schwergetan.

Der deutsche Leitindex bĂŒĂŸte anfĂ€ngliche Gewinne von fast einem Prozent komplett ein und stand am Freitagmittag 0,3 Prozent im Minus bei 23.744 Punkten.

Der Iran-Krieg bleibt das beherrschende Thema an den Börsen, und die Anleger reagieren im Takt der Nachrichten sehr nervös. Irans Kampfkraft ist zwar nach US-EinschĂ€tzung erheblich geschwĂ€cht - dennoch weitet Teheran den Krieg im gesamten Nahen Osten weiter aus. Zuletzt sorgte der wieder deutliche Anstieg des Ölpreises fĂŒr Verunsicherung, nachdem der Golfstaat Katar vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten fĂŒr Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt hatte.

Die aktuelle Wochenbilanz des Dax ist mit einem Minus von gut sechs Prozent tiefrot. FĂŒr einen höheren Verlust muss man zurĂŒckschauen bis Anfang April, als US-PrĂ€sident Donald Trump die FinanzmĂ€rkte mit seinen ZollankĂŒndigungen in Aufruhr versetzt hatte.

"Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des MilitĂ€reinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden. Aus ökonomischer Sicht lauten diese Risiken, dass die Ölförderanlagen in der Region durch den Iran systematisch zerstört werden und dass der Transportweg durch die Straße von Hormus absehbar fĂŒr lange Zeit geschlossen bleibt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Beide Risiken haben sich dem Experten zufolge in den ersten Tagen seit den ersten Luftangriffen nicht materialisiert. Wenn die Deutung richtig sei, dass der Iran und seine Helfer in der Region zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, dann blieben die Auswirkungen auf die RohstoffmÀrkte und die FinanzmÀrkte weiter relativ moderat.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte verharrte nahezu bei 29.697 ZĂ€hlern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 0,6 Prozent.

In dem aktuellen Umfeld erholten sich Aktien aus dem RĂŒstungssektor von ihrer jĂŒngsten Talfahrt. Die Aussicht auf noch lange andauernde geopolitische Konflikte nĂ€hrt nun doch wieder das Interesse der Anleger an Werten wie Rheinmetall DE0007030009, die fast zwei Prozent gewannen.

Unter den weiteren Einzeltiteln sorgen unter anderem Analystenkommentare fĂŒr Bewegung. So sackten die Aktien von Infineon DE0006231004 nach einer aufgegebenen Kaufempfehlung der Bank UBS um fĂŒnf Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Dax. Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt mittelfristig zwar optimistisch fĂŒr den Chipkonzern, sieht zunĂ€chst aber Risiken, die das Kurspotenzial einschrĂ€nken sollten. So lasse das KI-Umsatzziel bis 2027 nur wenig Luft nach oben.

Die Papiere von DHL DE0005552004 erholten sich von ihren deutlichen Vortagesverlusten. Dank gleich mehrerer positiver Analystenkommentare zogen die Aktien an der Dax-Spitze um gut zwei Prozent an. Die Verwerfungen in den FrachtmĂ€rkten durch den Iran-Krieg kĂ€men dem Logistik-Konzern mit seinem großen, flexiblen Netzwerk zupass, schrieb etwa die Expertin Muneeba Kayani von der US-Investmentbank Bank of America. Am Donnerstag hatte der von geopolitischer Unsicherheit geprĂ€gte Ausblick die Anleger verschreckt.

Als klares Schlusslicht im MDax brachen die Anteilsscheine von Lanxess DE0005470405 am Freitag um fast 14 Prozent ein. Das vorlÀufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hatte bei den AktionÀren einmal mehr Sorgen in puncto Finanzierung des Spezialchemiekonzerns geweckt./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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