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EuropĂ€er sichern Ukraine anhaltende UnterstĂŒtzung zu

24.06.2026 - 19:26:32 | dpa.de

BERLIN - Die fĂŒhrenden europĂ€ischen Nato-Staaten wollen beim Gipfel der transatlantischen Allianz in Ankara ein starkes Signal fĂŒr die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine setzen.

(neu: Aussagen von Merz, Macron und Meloni)

BERLIN (dpa-AFX) - Die fĂŒhrenden europĂ€ischen Nato-Staaten wollen beim Gipfel der transatlantischen Allianz in Ankara ein starkes Signal fĂŒr die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine setzen. "Die Botschaft an Russland lautet: Die Ukraine bleibt stark", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz beim Gipfeltreffen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen - der sogenannten E5 - in Berlin. Er hoffe, dass Russland aus der StĂ€rke der Ukraine und seiner VerbĂŒndeten den Schluss ziehe, an den Verhandlungstisch zurĂŒckzukehren.

Der Nato-Gipfel in Ankara findet am 7. und 8. Juli statt. Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron und die italienische MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni kĂŒndigten an, dass die EuropĂ€er dort auch ihre Bereitschaft zu einer MilitĂ€rmission in der Straße von Hormus bekrĂ€ftigen werden. DafĂŒr mĂŒssten aber noch einige Bedingungen erfĂŒllt werden, erklĂ€rten beide. Die USA und der Iran mĂŒssen sich unter anderem noch ĂŒber die Umsetzung eines Rahmenabkommens einig werden, das zu einer Waffenruhe gefĂŒhrt hat.

Merz wĂŒrdigt Starmers "Teamspiel"

An dem Treffen nahmen auch Polens Regierungschef Donald Tusk und der scheidende britische Premierminister Keir Starmer teil. Merz wĂŒrdigte den zurĂŒckgetretenen Briten fĂŒr sein "Teamspiel".

Nato GeneralsekretĂ€r Mark Rutte wurde aus Washington zu dem E5-Gipfel in Berlin zugeschaltet. Er will sich noch am Abend mit US-PrĂ€sident Donald Trump treffen. Von ihm wird maßgeblich abhĂ€ngen, ob der Gipfel ein Erfolg wird und sich die beim G7-Gipfel eingeleitete Entspannung in den Beziehungen zwischen den USA und den EuropĂ€ern nach viel Ärger wĂ€hrend des Iran-Kriegs fortsetzt. Zuletzt gab es wieder öffentliche Reibereien zwischen Meloni und Trump - kein gutes Vorzeichen fĂŒr den Nato-Gipfel.

Rutte versucht Wogen zu glÀtten

Die USA erwarten von den EuropĂ€ern, mehr fĂŒr die BĂŒndnisverteidigung zu tun. Gleichzeitig sind sie verĂ€rgert ĂŒber aus ihrer Sicht mangelnde UnterstĂŒtzung der VerbĂŒndeten im Iran-Krieg, den die USA im Februar an der Seite Israels begonnen haben.

Staaten wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland wollen das kompensieren, indem sie bei einer anhaltenden Waffenruhe mit Minenjagdbooten und Kriegsschiffen fĂŒr mehr Sicherheit in der so wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, der Straße von Hormus, sorgen wollen.

Rutte versuchte vor seinem Treffen mit Trump, die Wogen zu glĂ€tten. "Was die Nato angeht, weiß ich, dass es EnttĂ€uschung gibt, aber wir sollten auch bedenken, dass es sich hierbei um EinzelfĂ€lle handelt", sagte er dem US-Sender Fox News.

E1, E3 oder E5 - wer soll mit Putin verhandeln?

Obwohl sich die fĂŒnf Staats- und Regierungschefs mit Blick auf Trump und den Nato-Gipfel einigermaßen einig sein dĂŒrfen, gibt in Sachen Ukraine auch Konfliktstoff. Italien und Polen sind verĂ€rgert, weil Deutschland, Frankreich und Großbritannien die diplomatischen BemĂŒhungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs an sich gezogen haben. Sie bezeichnen sich als E3.

Tusk und Meloni fĂŒhlen sich ausgegrenzt. "Polen ist ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft ĂŒber die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen", sagte der polnische MinisterprĂ€sident bereits vor zwei Wochen laut Nachrichtenagentur PAP.

Italiens Außenminister fĂŒr einen UnterhĂ€ndler

Der italienische Außenminister Antonio Tajani plĂ€dierte nun kurz vor dem E5-Gipfel dafĂŒr, sich auf einen UnterhĂ€ndler fĂŒr Europa zu verstĂ€ndigen. "Wir mĂŒssen eine Person finden - einen Mann oder eine Frau -, die im Namen und im Auftrag aller in Europa mit Moskau spricht", sagte er der Zeitung "La VeritĂ " in Rom. "Es könnte ein Staats- oder Regierungschef eines mittelgroßen europĂ€ischen Landes sein, es könnte eine institutionelle AutoritĂ€t sein, beispielsweise PrĂ€sident Costa." Er persönlich plĂ€dierte fĂŒr "jemanden aus den Institutionen".

Das wĂŒrde auf EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa passen. Beim EU-Gipfel in BrĂŒssel hatte der Portugiese vergangene Woche fĂŒr Aufsehen gesorgt, weil sein Team unabgesprochen Kontakt zu Russland aufgenommen hatte. Von einigen EU-Staaten wie Irland und Österreich bekam er UnterstĂŒtzung dafĂŒr. Die deutsche Delegation sah die Initiative dagegen als Affront gegen die E3.

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