ROUNDUP, EuropÀer

EuropÀer stimmen sich vor Nato-Gipfel ab

24.06.2026 - 06:35:01 | dpa.de

Zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in der TĂŒrkei stimmen sich die Staats- und Regierungschefs fĂŒnf mĂ€chtiger europĂ€ischer Mitgliedstaaten in Berlin ab.

Bei dem Treffen auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird es um die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine, die Rolle der EuropĂ€er bei der Lösung des Iran-Konflikts und die Lastenverteilung zwischen den Nato-Staaten gehen.

Es ist das erste Spitzentreffen der sogenannten E5 seit dem bislang letzten Nato-Gipfel im Juni 2025 in Den Haag. Damals war auch der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj dabei. Die Gruppe besteht aus den vier europÀischen G7-LÀndern und Polen, das an Russland grenzt und sich als Interessenvertreter der osteuropÀischen Staaten versteht.

E3 oder E5?

Die diplomatischen BemĂŒhungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs werden aber bisher von einer kleineren Gruppe, der E3, im Namen der EuropĂ€er vorangetrieben. Ihr gehören nur Deutschland, Frankreich und Großbritannien an, was auf Kritik bei Italien und Polen stĂ¶ĂŸt. Das dĂŒrfte in Berlin Thema werden.

Der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk besteht darauf, dass Polen mit am Tisch sitzt. "Polen ist ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft ĂŒber die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen", sagte er vor zwei Wochen laut der Nachrichtenagentur PAP.

Wer in Sachen Ukraine fĂŒr Europa spricht, ist seit einiger Zeit Streitthema. Beim EU-Gipfel in BrĂŒssel sorgte vergangene Woche EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa fĂŒr Aufsehen, weil sein Team unabgesprochen Kontakt zu Russland aufgenommen hatte. Von einigen EU-Staaten wie Irland und Österreich bekam er UnterstĂŒtzung dafĂŒr. Die deutsche Delegation sah die Initiative dagegen als Affront gegen die E3.

Starmer trotz RĂŒcktritts dabei

Neben Tusk, dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni reist auch der britische Premierminister Keir Starmer nach Berlin, der seinen RĂŒcktritt angekĂŒndigt hat.

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte wird aus Washington zugeschaltet, wo er sich anschließend mit US-PrĂ€sident Donald Trump trifft. Die USA erwarten von den EuropĂ€ern, mehr fĂŒr die BĂŒndnisverteidigung zu tun. Gleichzeitig sind sie verĂ€rgert ĂŒber aus ihrer Sicht mangelnde UnterstĂŒtzung der VerbĂŒndeten im Iran-Krieg, den die USA im Februar an der Seite Israels begonnen hatten.

Staaten wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland wollen das kompensieren, indem sie bei einer anhaltenden Waffenruhe mit Minenjagdbooten und Kriegsschiffen fĂŒr mehr Sicherheit in der so wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, der Straße von Hormus, sorgen wollen.

Rutte versucht zu beschwichtigen

Rutte versuchte vor seinem Treffen mit Trump, die Wogen zu glĂ€tten. "Was die Nato angeht, weiß ich, dass es EnttĂ€uschung gibt, aber wir sollten auch bedenken, dass es sich hierbei um EinzelfĂ€lle handelt", sagte er dem US-Sender Fox News.

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