Bundesrat warnt vor erheblichen SteuerausfÀllen
17.10.2025 - 13:37:46Die mit dem Vorhaben der schwarz-roten Koalition verbundenen Mindereinnahmen fĂŒhrten zu einer "zusĂ€tzlichen VerschĂ€rfung der Haushaltslage" und schrĂ€nkten die HandlungsfĂ€higkeit der LĂ€nder und Kommunen weiter ein, heiĂt es in einer Stellungnahme der LĂ€nderkammer. Sie bittet den Bund um Kompensationen.
Der Gesetzentwurf fĂŒhre zu SteuerausfĂ€llen von 2026 bis 2030, die etwa zur HĂ€lfte von LĂ€ndern und Gemeinden zu tragen seien, erklĂ€rte der Bundesrat. Bei den LĂ€ndern laufe es auf AusfĂ€lle von 11,2 Milliarden Euro hinaus und bei den Gemeinden auf 1,4 Milliarden Euro. Als NĂ€chstes ist der Bundestag am Zug, ĂŒber das Gesetz zu entscheiden. Nach einem Parlamentsbeschluss kommt es abschlieĂend nochmals in den Bundesrat und bedarf seiner Zustimmung.
Die LĂ€nder schlagen in ihrer Stellungnahme auĂerdem vor, ins Gesetz aufzunehmen, dass bei AlltagsgeschĂ€ften "mindestens eine gĂ€ngige digitale Zahlungsoption" angeboten werden muss. Dies wĂŒrde zur BekĂ€mpfung der Steuerhinterziehung beitragen und könnte auch AusfĂ€lle reduzieren.
Entlastungen fĂŒr Anfang 2026 geplant
Das Bundeskabinett hat die GesetzesplĂ€ne auf den Weg gebracht, mit denen die Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen in der Gastronomie 2026 von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden soll. Die Pendlerpauschale, mit der man Fahrtkosten zur Arbeit absetzen kann, soll ab dem ersten Kilometer erhöht werden. Die Vorhaben sind wichtige Anliegen der in Bayern regierenden CSU in der Bundesregierung.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte bereits bei der Vorstellung des Etat-Entwurfs im Sommer deutlich gemacht, dass er keine Möglichkeiten sieht, die LĂ€nder fĂŒr SteuerausfĂ€lle zu entlasten. Der Bund hatte den LĂ€ndern zuvor bereits bei Steuerentlastungen fĂŒr Unternehmen fĂŒr einen "Wachstumsbooster" milliardenschwere Kompensationen zugesagt.

