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Frankfurt Eröffnung: Dax unbeeindruckt von Nahost-Eskalation

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 10:06 Uhr, dpa.de

Der weiter eskalierende Nahost-Konflikt hat den Dax DE0008469008 am Montag weitgehend kaltgelassen.

Eine Dreiviertelstunde nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex um 0,08 Prozent auf 25.046 Punkte. Damit notierte er nur knapp unter der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie. Dagegen litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor allem die stark gelaufenen technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi KRD020020008 und der japanische Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 unter heftigen Kursverlusten.

Der MDax DE0008467416, der die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen enthält, sank am Montagvormittag um 0,36 Prozent auf 31.805 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um knapp 0,3 Prozent nach unten.

Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut für mehrere Stunden, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Zuletzt erklärte das US-Militär seine Attacken für beendet.

"Die Ölpreise steigen und die Aktienkurse fallen, nachdem die Anleger einmal mehr über die Verwerfungslinie der Straße von Hormus gestolpert sind", kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes. "Der Iran sagt, sie ist geschlossen. Die USA sagen, der Schiffsverkehr fließt. Beide Aussagen sind technisch vertretbar. Ein labiles Gleichgewicht, das für Unbehagen sorgt."

Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßten Infineon DE0006231004 2,4 Prozent ein und im MDax Elmos DE0005677108 und Aixtron DE000A0WMPJ6 1,8 beziehungsweise 1,5 Prozent. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief DE0006070006 verloren 1,9 Prozent. Sie gelten ebenfalls als Profiteur des Mega-Themas Künstliche Intelligenz (KI). Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.

Unter Druck standen auch Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche CH0019112744: Der Reisekonzern Tui DE000TUAG505 und die Lufthansa DE0008232125 belegten mit Kursabschlägen von 1,8 und 2,4 Prozent hintere Plätze.

Dagegen stemmte sich Fraport DE0005773303 mit plus 0,9 Prozent gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas die Aktien hoch.

Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh DE000A161408 sackten als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 auf ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie noch 0,5 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Prognosen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing der Umsatz-Trendwende.

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