EU-Kommission: Europa soll gemeinsam Rohstoffe einkaufen
03.12.2025 - 15:15:16Unter anderem soll ein europĂ€isches Zentrum ins Leben gerufen werden, ĂŒber das etwa RohstoffeinkĂ€ufe und VorrĂ€te koordiniert werden, teilte die BrĂŒsseler Behörde mit. Eine Rohstoffplattform soll Unternehmen dabei unterstĂŒtzen, ihre Nachfrage zu bĂŒndeln und gemeinsam einzukaufen.
Zudem kĂŒndigt die EU-Kommission eine hĂ€rtere Wirtschaftspolitik gegenĂŒber anderen Staaten an. "Die EU wird auch strategischer vorgehen, um ihr wirtschaftliches Gewicht und den Zugang zu ihrem Binnenmarkt besser zu nutzen", so die Kommission.
Die EU ist in Teilen extrem abhĂ€ngig von Rohstoffimporten aus anderen LĂ€ndern. Dies wurde beispielsweise deutlich, als die chinesische Regierung Exportkontrollen fĂŒr seltene Erden verkĂŒndete. Sorgen in der deutschen Industrie hatte auch der europĂ€isch-chinesische Streit um den Chiphersteller Nexperia ausgelöst. Peking hatte ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr Nexperia-Chips verhĂ€ngt, die unter anderem Autohersteller trafen.
Bestehende Werkzeuge "proaktiver" einsetzen
Die Kommission teilte auch mit, man plane, bestehende Instrumente unabhĂ€ngig von ihrem ursprĂŒnglichen Zweck einzusetzen und bei Bedarf "proaktiver" vorzugehen, um die wirtschaftliche Sicherheit zu stĂ€rken. Denkbar sind etwa Anti-Dumping-Zölle, MaĂnahmen gegen Ăbernahmen von europĂ€ischen Firmen aus dem Ausland oder der Ausschluss von Firmen aus Drittstaaten bei öffentlichen AuftrĂ€gen.
"Es ist wohl vor allem den aktuellen ExportbeschrĂ€nkungen Chinas fĂŒr seltene Erden zu verdanken, dass die EU hier jetzt endlich die nĂ€chste Stufe zĂŒndet", teilte der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament Bernd Lange (SPD) mit. So habe ein drohender Auslieferungsstopp von Chips des niederlĂ€ndischen Unternehmens Nexperia deutlich gemacht, wie verwundbar europĂ€ische Lieferketten seien.
DrittlÀnder abschrecken
Die Kommission gibt mit ihrer Kommunikation auch das Ziel heraus, DrittlĂ€nder davon abzuschrecken, AbhĂ€ngigkeiten als Waffe gegen die EU einzusetzen. Gleichzeitig heiĂt es, dass die EU-Staaten und die Industrie zunehmend wirtschaftliche Kosten akzeptieren mĂŒssten, um AbhĂ€ngigkeiten zu reduzieren und Sicherheit zu erhöhen. Unter anderem teilte die Behörde mit, sie wolle Möglichkeiten untersuchen, wie Unternehmen dazu angehalten werden können, sich von mindestens zwei verschiedenen Lieferanten beliefern zu lassen.

