LĂ€nder fordern Lockerung des EU-weiten Verbrenner-Aus
24.10.2025 - 14:29:26Die LĂ€nder-Regierungschefs fordern eine Aufweichung des auf EU-Ebene geplanten Verbots neuer Verbrennermotoren nach 2035.
"Ein starres Verbot der Verbrennertechnologie ab dem Jahr 2035 ohne RĂŒcksicht auf seine tatsĂ€chliche Umsetzbarkeit wĂŒrde nicht nur industrielle Kernkompetenzen und die WettbewerbsfĂ€higkeit des Automobilstandortes Deutschland gefĂ€hrden, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz der ElektromobilitĂ€t insgesamt", heiĂt es in einem Beschlusspapier der MinisterprĂ€sidentenkonferenz in Mainz.
Schweitzer: "Zukunft ist elektrisch"
"Die Zukunft ist elektrisch und da gibt es auch kein Deuteln", sagte der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Alexander Schweitzer. Der SPD-Politiker ist Vorsitzender der MinisterprĂ€sidentenkonferenz. Um die Industrie in Deutschland und ganz Europa zu schĂŒtzen, brauche es aber bei der angestrebten KlimaneutralitĂ€t einen Ăbergang ĂŒber 2035 hinaus.
"Ich bin sehr erleichtert, dass wir nicht erst so gegen die Wand fahren mussten, dass gar nichts mehr geht, sondern dass jetzt die Stunde der Wahrheit und der Erkenntnis da ist", betonte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU). Es sei unmöglich, bis zum Jahr 2035 alles voll elektrisch zu haben. "Und keiner, der heute ein Verbrennerauto fĂ€hrt, muss Angst haben, dass er es im Jahr 2035 abstellen muss." Zudem bekĂ€men all jene, die mit der Verbrenner-Technologie arbeiteten, auch fĂŒr die nĂ€chsten Jahre eine Perspektive.
Söder: Einigung der LĂ€nder muss Blaupause fĂŒr Bund sein
"Das Aus vom Verbrenner-Aus ist eingeleitet", gab sich auch Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) optimistisch. "Jeder findet Elektro gut, aber es geht nicht anders: Wir brauchen auch fĂŒr den Ăbergang weiterhin Verbrenner und deswegen auch die Zulassung fĂŒr weitere Verbrenner nach 2035." Ansonsten werde Deutschland ökonomisch schweren Schaden erleiden. "Das muss jetzt auch die Blaupause sein fĂŒr eine Einigung in der Koalition in Berlin und fĂŒr die Position der Bundesregierung in Europa." Die Klimaziele in Europa seien bis 2035 nicht erreichbar und gefĂ€hrdeten den Wohlstand. "Es braucht eine neue Balance zwischen Klimaschutz und industriellem Wohlstand."
EU-Regelung sieht Verbot fĂŒr neue Verbrenner ab 2035 vor
Die derzeitigen Regeln sehen vor, dass ab 2035 in der EU nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden dĂŒrfen - faktisch ein Aus fĂŒr Verbrenner-Autos. Die Spitzen von Union und SPD hatten sich bisher noch nicht auf eine gemeinsame Linie verstĂ€ndigt, ob sich die Bundesregierung auf EU-Ebene fĂŒr Lockerungen beim geplanten Verbrenner-Aus einsetzen soll.
Die MinisterprĂ€sidenten bezeichnen die ElektromobilitĂ€t beim Auto in ihrem Beschlusspapier als zentrale Zukunftstechnologie. "Gleichzeitig halten sie alternative klimafreundliche Antriebskonzepte, klimafreundliche Kraftstoffe und ergĂ€nzende Ăbergangstechnologien wie hocheffiziente Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit Range Extender fĂŒr erforderlich, um BeschĂ€ftigung und Wertschöpfung in Deutschland zu sichern und ein Erreichen der Klimaziele ohne Bruch in der Industrie zu gewĂ€hrleisten", heiĂt es dort weiter. Die Bundesregierung solle sich daher auf europĂ€ischer Ebene "fĂŒr eine dynamische, indikatorbasierte, flexible und verlĂ€ssliche Auslegung der Flottengrenzwerte auch ĂŒber 2035 hinaus" einsetzen.
Ruf nach klimafreundlichen Kraftstoffen
Zudem soll sich die Bundesregierung nach dem Willen der LĂ€nder dafĂŒr einsetzen, "die Zukunft des Verbrennungsmotors durch regulatorische MaĂnahmen in Bezug auf klimafreundliche und CO2-arme Kraftstoffe wie auch Wasserstoff langfristig auf europĂ€ischer und nationaler Ebene zu sichern". Der zusĂ€tzliche CO2-AusstoĂ dieser Fahrzeuge könne "durch entsprechende Erhöhung der Beimischquoten an CO2-armem Kraftstoff ausgeglichen werden. Zudem muss zĂŒgig ein realistischer Rahmen fĂŒr Verbrenner mit klimafreundlichen Kraftstoffen von der EU-Kommission gesetzt werden."

