Stimmung bei Dienstleistern etwas trister als gedacht
03.09.2025 - 12:26:52Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 0,5 Punkte auf 50,5 Punkte, wie S&P am Mittwoch in London nach einer zweiten SchĂ€tzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt eine BestĂ€tigung der ErstschĂ€tzung von 50,7 Punkten erwartet. Der Stimmungsindikator liegt damit aber weiter leicht ĂŒber der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, was auf eine etwas stĂ€rkere wirtschaftliche AktivitĂ€t hindeutet.
Unter den groĂen MitgliedslĂ€ndern der Eurozone trĂŒbte sich die Stimmung im Servicesektor fast ĂŒberall ein, nur in Frankreich hellte sie sich auf weiterhin niedrigem Niveau etwas auf. In Deutschland fiel der Indikator wieder unter die Wachstumsschwelle.
Den Nachfragemangel im deutschen Dienstleistungssektor fĂŒhrten die Befragten teilweise auf die anhaltende Unsicherheit unter den Kunden zurĂŒck, schrieb Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank. Das decke sich mit den rĂŒcklĂ€ufigen AuftragseingĂ€ngen, auch aus dem Ausland.
Trotz sinkender GeschĂ€ftstĂ€tigkeit sind die Dienstleister hierzulande de la Rubia zufolge weiterhin zuversichtlich, ihre Angebotspreise anheben zu können: "Einerseits werden höhere Kosten weitergegeben, zum anderen dĂŒrften sich die Gewinnmargen bei einigen Unternehmen leicht verbessert haben." Die relativ robuste Preissetzungsmacht zeige, dass sich die Branchenakteure noch nicht in einer kritischen Lage befĂ€nden.
Der Indikator fĂŒr die Industrie in der Eurozone zog laut Daten vom Montag an und liegt nun etwas ĂŒber der Wachstumsschwelle. Unter dem Strich verbesserte sich der Indikator fĂŒr die Gesamtwirtschaft im Euroruam minimal auf 51,0 Punkte. Hier war ein Wert von 51,1 Punkte erwartet worden.
"Wenn man mit dem Fahrrad zu langsam fĂ€hrt, kann man damit irgendwann umfallen. Das könnte auch fĂŒr die Eurozone zu einem Problem werden", erklĂ€rte de la Rubia. Denn der Index fĂŒr die Gesamtwirtschaft wachse extrem langsam. Da kĂ€men die politischen Krisen in Frankreich und Spanien, die Unsicherheiten rund um den Zolldeal zwischen den USA und der EU sowie die anhaltenden Probleme in dem SchlĂŒsselsektor der Automobilindustrie denkbar ungelegen. Auf der anderen Seite machen dem Experten zufolge höhere Verteidigungsausgaben in Europa und das Infrastrukturprogramm in Deutschland Hoffnung, dass es in den nĂ€chsten Quartalen weiter vorwĂ€rtsgeht und das Fahrrad nicht umkippt.
Die Daten im Ăberblick:
Region/Index August Prognose VorlÀufig Vormonat EURORAUM Dienstleistungen 50,5 50,7 50,7 51,0 Industrie 50,7 50,5 50,5 49,8 Gesamt 51,0 51,1 51,1 50,9 DEUTSCHLAND Dienstleistungen 49,3 50,1 50,1 50,6 Industrie 49,8 49,9 49,9 49,1 FRANKREICH Dienstleistungen 49,8 49,7 49,7 48,5 Industrie 50,4 49,9 49,9 48,2 ITALIEN Dienstleistungen 51,5 52,1 --- 52,3 Industrie 50,4 49,8 --- 49,8 SPANIEN Dienstleistungen 53,2 54,5 --- 55,1 Industrie 54,3 52,1 --- 51,9 (in Punkten)
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