KI-Campus: Bundesregierung startet Kompetenz-Offensive für Hochschulen
28.01.2026 - 21:03:12
Die Bundesregierung reagiert mit einer Millionenspritze auf die neue EU-KI-Verordnung. Ein Verbundprojekt soll über eine halbe Million Hochschulangehörige für den rechtssicheren Umgang mit Künstlicher Intelligenz fit machen.
Angesichts der verschärften Regulierung startet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive. Kernstück ist das mit rund 6,9 Millionen Euro geförderte Projekt „KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken“, das vom Stifterverband und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geleitet wird. Ziel ist es, Studierende, Lehrende und Verwaltungsmitarbeiter bundesweit über die Plattform KI-Campus zu schulen. Die Laufzeit erstreckt sich bis März 2029.
EU-KI-Verordnung stellt Hochschulen vor neue Pflichten
Die im Sommer 2024 verabschiedete EU-KI-Verordnung stellt Bildungseinrichtungen vor komplexe Herausforderungen. Denn Hochschulen nutzen KI nicht nur in der Forschung, sondern zunehmend auch in sensiblen Bereichen wie der Bewertung von Prüfungen oder der Studienzulassung. Solche Anwendungen können als Hochrisiko-Systeme eingestuft werden – mit strengen Auflagen für Transparenz und Dokumentation.
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Eine zentrale Vorschrift ist bereits in Kraft: Artikel 4 der Verordnung verlangt von allen Betreibern den Nachweis allgemeiner KI-Kompetenz (AI Literacy). Hochschulleitungen stehen damit in der Pflicht, das Wissen ihrer Mitarbeiter und Studierenden über die technischen und rechtlichen Implikationen von KI sicherzustellen.
Ambitioniertes Ziel: 500.000 Menschen erreichen
Das neue Verbundprojekt will diese Lücke schließen. Ein Konsortium aus Stifterverband, DFKI und sieben Hochschulpartnern entwickelt skalierbare Lernangebote als offene Bildungsressourcen. Das ambitionierte Ziel: Über 500.000 Menschen sollen mit den kostenlosen Kursen erreicht werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf Grundlagenkursen für alle Statusgruppen. Das DFKI entwickelt zudem ein spezielles Modul für Hochschulgremien, um die Mitbestimmung im Umgang mit KI zu stärken. Die Initiative ist Teil einer breiteren Digitalisierungsstrategie des BMBF, zu der auch Projekte wie der „KI-LOTSE“ bei der Hochschulrektorenkonferenz gehören.
Strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit
Die Kompetenzoffensive ist mehr als reine Compliance. Sie gilt als strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Experten betonen: Ein fundiertes KI-Verständnis verbessert nicht nur die Rechtskonformität, sondern steigert auch die Qualität von Lehre und Forschung und minimiert Haftungsrisiken.
Die Verknüpfung zentraler Angebote mit Initiativen aus den Hochschulen selbst soll den nachhaltigen Erfolg sichern. Nur mit einer soliden Wissensbasis bei allen Akteuren kann die digitale Transformation an Hochschulen auch rechtlich und ethisch gelingen.
Nächste Schritte: Entwicklung und Technologiemonitoring
Mit dem Projektstart beginnt nun die konkrete Entwicklungsphase der Lernmodule. Parallel richtet das DFKI ein Technologiemonitoring ein, um die rasanten Entwicklungen im KI-Bildungssektor im Blick zu behalten und die Kursinhalte aktuell zu halten.
Hochschulen sind nun gefordert, ihre internen Prozesse zu überprüfen und Strategien für die kommenden Compliance-Anforderungen zu entwickeln. Die bundesweite Kompetenz-Offensive bietet ihnen dafür eine zentrale und für alle zugängliche Ressource. Die nächsten Monate werden zeigen, wie schnell die deutsche Hochschullandschaft im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz ankommt.
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