ROUNDUP, Deutschland

Deutschland fordert viel mehr Ehrgeiz des Klimagipfels

21.11.2025 - 12:16:37 | dpa.de

Kurz vor dem geplanten Abschluss der Weltklimakonferenz in Brasilien fehlen aus Sicht von Umweltminister Carsten Schneider noch wichtige Punkte für ein gutes Ergebnis.

"Wir wollen, dass wir den klaren Ausstiegsfahrplan haben aus fossilen Energien", sagte der SPD-Politiker im RTL/ntv-"Frühstart". Angesichts der derzeitigen Prognosen zur Erderwärmung seien zudem deutlich stärkere und glaubwürdige Pfade zur Minderung klimaschädlicher Treibhausgase nötig.

Eigentlich soll der Gipfel am Abend (18.00 Uhr Ortszeit; 22.00 Uhr MEZ) enden. In den vergangenen Jahren gingen die Treffen jedoch fast immer in die Verlängerung - das ist dieses Jahr noch wahrscheinlicher geworden, weil die Verhandlungen ausgerechnet in der kritischen Phase am Donnerstag wegen eines Feuers mehrere Stunden unterbrochen werden mussten.

Wie Deutschland pochen auch die EU und Dutzende weitere Staaten auf einen Plan für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Das wird von anderen Staaten aber blockiert. Eine einstimmige Entscheidung ist nötig.

Deutschland schickte mit anderen Staaten einen Brief an die brasilianische Konferenzleitung, in dem ultimativ Nachbesserungen an den zuletzt veröffentlichten Textentwürfen gefordert werden. "Wir müssen ehrlich sein: In seiner jetzigen Form entspricht der Text nicht den minimalen Anforderungen für ein glaubwürdiges Ergebnis dieser Konferenz", heißt es darin. "Wir können kein Ergebnis unterstützen, dass keinen Fahrplan enthält für eine geordnete und gerechte Abkehr von fossilen Brennstoffen." Diese Erwartung teilten die große Mehrheit der rund 200 Staaten in Belém, die Wissenschaft und auch "die Menschen, die unsere Arbeit aufmerksam verfolgen". Das Vermächtnis der Präsidentschaft, das die COP30 zu einem Meilenstein machen werde, hänge eher von der Qualität als von der Geschwindigkeit des Ergebnisses ab, heißt es warnend.

Besorgniserregend sei auch das Fehlen eines Fahrplans zur Bewältigung der Wechselwirkungen zwischen Klima und Natur, insbesondere zur Eindämmung der Entwaldung, heißt es weiter in dem Brief. "Dies nicht zu berücksichtigen, signalisiert, dass selbst bei den unstrittigsten Fragen keine Einigung erzielt werden kann." Nötig seien daher neue Vorschläge der Präsidentschaft. Zu den Unterzeichnern gehören auch Frankreich, Großbritannien, Kenia sowie mehrere kleine Inselstaaten, die wegen des steigenden Meeresspiegels vom Untergang bedroht sind.

Schneider sagte dem Sender Bayern 2: "Das, was bisher von gerade den starken Emittenten an Reduktionszielen vorgelegt wurde, das ist noch nicht optimal, das reicht nicht aus, um auf Richtung 1,5 Grad Erderhitzung zuzusteuern.". Er setze sich auch dafür ein, dass das Thema CO2-Bepreisung im Abschlussdokument verbindlich erläutert werde, damit mehr Länder dabei mitziehen.

Auch EU-Klimakommissar Hoekstra äußerte sich enttäuscht über den Text, der nun vorliege. Man sei bereit, Ehrgeiz bei der Bereitstellung von Klimahilfen zur Anpassung an die Erderwärmung zu zeigen. Doch müsse sich dies im Rahmen bereits bestehender Beschlüsse zu künftigen Finanzflüssen bewegen.

de | boerse | 68377576 |

Weitere Meldungen

EU will wehrfähigen Ukrainern Flucht vor Krieg erschweren Ukrainische Männer sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nicht mehr so einfach Zuflucht in Deutschland oder anderen EU-Staaten finden. (Boerse, 26.06.2026 - 09:46) weiterlesen...

Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts KARLSRUHE/BERLIN/FRANKFURT - Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. (Boerse, 24.06.2026 - 17:21) weiterlesen...

Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. (Boerse, 24.06.2026 - 15:00) weiterlesen...

ARD und ZDF kämpfen in Karlsruhe für höheren Rundfunkbeitrag KARLSRUHE - Um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren, zahlt jeder Haushalt in Deutschland derzeit 18,36 Euro im Monat - aber reicht das? Das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden, welchen Spielraum die Bundesländer beim Festlegen der Höhe des Rundfunkbeitrags haben. (Boerse, 23.06.2026 - 18:23) weiterlesen...

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 23.06.2026 - 17.00 Uhr Rente vor Runderneuerung - gegen viele WiderständeBERLIN - In Deutschland rücken ein steigendes Rentenalter und eine weitreichende Umgestaltung der Alterssicherung näher. (Boerse, 23.06.2026 - 17:08) weiterlesen...

Rente vor Runderneuerung - gegen viele Widerstände BERLIN - In Deutschland rücken ein steigendes Rentenalter und eine weitreichende Umgestaltung der Alterssicherung näher. (Boerse, 23.06.2026 - 15:44) weiterlesen...