Senioren, Kluft

Österreichs Senioren schließen die digitale Kluft

19.04.2026 - 04:51:32 | boerse-global.de

Die Internetnutzung der Generation 65+ in Österreich steigt auf 75 Prozent, angetrieben durch das preisgekrönte Workshop-Programm 'Digital Überall'. Das Land rückt seinem Inklusionsziel für 2030 näher.

Österreichs Senioren schließen die digitale Kluft - Foto: über boerse-global.de

Die digitale Teilhabe der Generation 65+ in Österreich wächst rasant und bringt das Land seinen Inklusionszielen für 2030 deutlich näher. Treiber sind vor allem ältere Frauen und das erfolgreiche Workshop-Programm „Digital Überall“.

Wien — Die digitale Spaltung zwischen den Generationen in Österreich schließt sich zusehends. Laut aktuellen Daten von Statistik Austria nutzten Ende 2025 bereits rund 75 Prozent der 65- bis 84-Jährigen das Internet. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 69 Prozent. Dieser Fortschritt ist ein zentraler Erfolg der Digitalen Kompetenzoffensive (DKO), einer ressortübergreifenden Strategie von Bundeskanzleramt und Finanzministerium. Ihr Ziel: Bis 2030 sollen 80 Prozent der Bevölkerung über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen.

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Frauen holen massiv auf

Die jüngste Haushaletsbefragung zeigt einen bemerkenswerten Trend: Ältere Frauen schließen zum männlichen Pendant auf. Zwischen 2023 und 2025 stieg der Anteil der internetnutzenden Frauen zwischen 65 und 84 Jahren von 61,5 auf 71,5 Prozent. Bei den Männern derselben Altersgruppe legte die Nutzung nur moderat von 77 auf 79,2 Prozent zu.

„Die digitale Kluft zwischen Jung und Alt schließt sich stetig“, erklärt Manuela Lenk, Generaldirektorin für Statistik bei Statistik Austria. Während die Erwerbsbevölkerung mit 97 Prozent Internetnutzung nahezu gesättigt sei, zeige sich der dynamischste Aufwärtstrend aktuell bei den über 65-Jährigen. Besonders die Ältesten holten schnell auf: In der Gruppe der 75- bis 84-Jährigen stieg die Nutzungsquote von 53,8 auf 65,1 Prozent.

Erfolgsprogramm „Digital Überall“ gewinnt europäischen Preis

Herzstück der nationalen Strategie ist das Programm „Digital Überall“. Es bietet österreichweit über 4.500 kostenlose Workshops an und erhielt Ende letzten Jahres in Brüssel den European Digital Skills Award für digitale Inklusion. Die Kurse decken fünf Schwerpunkte ab: Digitale Bildung für Senioren, Online-Sicherheit, E-Government, Leben in der digitalisierten Gesellschaft und Grundlagen Künstlicher Intelligenz.

„Der Erfolg liegt in der lokalen Verankerung“, betont Digitalstaatssekretär Alexander Pröll. Die Bildung komme dorthin, wo die Menschen leben – in die Gemeinden und Stadtteile. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Rund 61 Prozent der Teilnehmer sind über 55 Jahre alt, fast die Hälfte hat keinen höheren Bildungsabschluss. Die Zufriedenheit ist mit 94 Prozent extrem hoch. Umgesetzt werden die Workshops vom Digital Competence Office der OeAD, der nationalen Agentur für Bildung und Internationalisierung.

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Bildung und Wohnort entscheiden weiterhin mit

Trotz der positiven Gesamtentwicklung wirken soziodemografische Faktoren weiter stark. Bildung bleibt der entscheidendste Faktor: Bei Senioren mit Universitätsabschluss liegt die Internetnutzung bei 96,4 Prozent – fast auf dem Niveau Jüngerer. Bei Personen mit nur Pflichtschulabschluss sind es dagegen 58,4 Prozent.

Auch der Wohnort spielt eine Rolle: In Städten nutzen 82,3 Prozent der Senioren das Internet, in ländlichen Regionen nur 68,6 Prozent. Zudem sind Ältere in Mehrpersonenhaushalten häufiger online (77,6 %) als Alleinlebende (69,1 %).

Um diese Ungleichheiten anzugehen, setzen Organisationen wie Fit4Internet auf den österreichischen Referenzrahmen für digitale Kompetenz (DigComp 2.3 AT). Er ermöglicht eine standardisierte Einschätzung von Fähigkeiten. So können Bildungsanbieter zielgenaue Module entwickeln – vom grundlegenden Smartphone-Kurs bis zur Anwendung der digitalen Signatur „ID Austria“, die für viele Behördengänge bereits Standard ist.

Neue Ziele: Von der Nutzung zur digitalen Souveränität

Der Fokus der Digitalen Kompetenzoffensive verschiebt sich nun von der Grundversorgung hin zur digitalen Souveränität. Es geht nicht mehr nur um die Bedienung von Tools, sondern um sichere und kritische Navigation im Netz. Neue Schwerpunkte, die Ende 2025 hinzukamen, sind ein KI-Kompetenz-Aktionsplan und spezielle Programme, um ältere Frauen für neue Technologien zu begeistern.

Der langfristige Fokus auf seniorenspezifische Bildung zahlt sich aus: Laut einer Auswertung des D21-Digital-Index 2025 verfügen österreichische Senioren bis zu 20 Prozent häufiger über fortgeschrittene digitale Fähigkeiten als Altersgenossen in einigen Nachbarländern.

Für die Regierung ist digitale Teilhabe eine Frage der Grundrechte und des sozialen Zusammenhalts. Digitale Gesundheitsdienste, Teilhabe am sozialen Leben online und eigenständiges Finanzmanagement sollen die Gefahr der Vereinsamung in einer automatisierten Welt mindern. Der nächste große Meilenstein ist der Abschluss des flächendeckenden Breitbandausbaus in der zweiten Hälfte 2026. Er soll technische Hürden für Senioren am Land weiter abbauen.

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