Pflegeversicherung startet neue Kurse für Angehörige
23.03.2026 - 00:48:49 | boerse-global.dePflegende Angehörige erhalten ab sofort neue Unterstützung. Die Pflegekassen rollen bundesweit Kursangebote aus, die erstmals die psychische Widerstandsfähigkeit der Pflegenden in den Mittelpunkt stellen. Hintergrund ist das seit Jahresbeginn geltende BEEP-Gesetz, das die rechtlichen Spielräume für Schulungen erweitert hat.
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Mehr als nur Handgriffe: Psychische Entlastung im Fokus
Die neuen Programme markieren eine klare Kurskorrektur. Statt sich nur auf rückenschonendes Arbeiten oder Hilfsmittel zu konzentrieren, integrieren sie jetzt psychologische Module. Themen wie Stressbewältigung, Selbstfürsorge und der Umgang mit emotionaler Erschöpfung stehen im Zentrum.
Besonders spezialisierte Kurse für die Demenzpflege rücken in den Vordergrund. Neue Leitfäden des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) fließen ein und behandeln explizit den Schutz der Angehörigen vor finanzieller Ausbeutung und sozialer Isolation. Die kostenfreien Kurse nach Paragraf 45 SGB XI sind flexibler nutzbar – ob in Gruppen oder als individuelle Schulung zu Hause.
BEEP-Gesetz zeigt erste Wirkung
Seit Januar prägt das BEEP-Gesetz den Pflegealltag. Eine zentrale Neuerung: Das Pflegegeld wird bei Krankenhausaufenthalten nun bis zu acht statt bisher vier Wochen weitergezahlt. Das gibt Familien mehr Planungssicherheit.
Gleichzeitig sinken bürokratische Hürden. Für Schwerstpflegebedürftige, die nur Pflegegeld beziehen, ist der Beratungsnachweis jetzt nur noch halbjährlich fällig. Doch Sozialverbände wie der SoVD mahnen zur Vorsicht. Leistungen wie die Verhinderungspflege müssen nun schneller beantragt werden, da die Fristen verschärft wurden.
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Apps auf Rezept auch für Angehörige
Ein weiterer Durchbruch betrifft Digitale Pflegeanwendungen (DiPA). Das Bundesgesundheitsministerium hat die Zulassungsverfahren vereinfacht. Neu ist: Pflegende Angehörige dürfen diese „Apps auf Rezept“ jetzt selbst nutzen, um ihre Situation zu organisieren.
Das Finanzierungsmodell wurde angepasst. Neben einer 40-Euro-Pauschale pro Monat stehen 30 Euro für Einrichtung und Anleitung bereit. Damit können sich Angehörige zum Beispiel in die Bedienung digitaler Pflegetagebücher einweisen lassen. Die Anwendungen sollen künftig direkt mit den neuen Kursinhalten verknüpft werden.
Kommt jetzt das Familienpflegegeld?
Während die praktische Hilfe ausgebaut wird, tobt im Hintergrund die Debatte um die Finanzierung. Noch diese Woche werden die finalen Konzeptvorschläge einer Fachkommission erwartet. Sie sollen die Grundlage für eine umfassende Pflegereform 2027 bilden.
Im Kern geht es um stabile Beitragssätze bei steigenden Kosten. Der Deutsche Pflegerat fordert, die Expertise der Pflegeberufe stärker einzubinden. Ein zentraler Verhandlungspunkt ist die Einführung eines Familienpflegegeldes. Es soll Angehörigen, die ihre Arbeitszeit für die Pflege reduzieren, eine ähnliche Absicherung wie das Elterngeld bieten. Ob dieser Plan angesichts der Haushaltslage realisierbar ist, bleibt die spannendste Frage der kommenden Tage.
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