Trump will Rede vor israelischem Parlament halten
11.10.2025 - 18:35:28Das kĂŒndigte Trump im WeiĂen Haus an, nachdem ihn der Knesset-Vorsitzende Amir Ohana offiziell in die Knesset eingeladen und auf der Plattform X geschrieben hatte: "Israel erwartet den FriedensprĂ€sidenten."
Ohana bezog sich dabei auf Trumps Friedensplan, den Israel und die Terrororganisation Hamas zuvor angenommen hatten. Im Zuge einer vereinbarten Waffenruhe endeten die Kampfhandlungen im Gazastreifen am Freitag vorerst.
Frist fĂŒr Geiselfreilassung lĂ€uft
Ab dem Inkrafttreten der Waffenruhe am Freitag um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) lĂ€uft eine 72 Stunden lange Frist fĂŒr die Freilassung der Geiseln. Aus Kreisen der Hamas hieĂ es, die Organisation werde alle lebenden und möglichst auch die toten Geiseln zwischen Sonntag und Montagmorgen 6.00 Uhr (5.00 Uhr MESZ) voraussichtlich schrittweise ĂŒbergeben. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuvor gesagt, er erwarte eine Ăbergabe am Montag.
Von den letzten der beim Ăberfall auf Israel am 7. Oktober 2023 Verschleppten sind den Angaben zufolge noch 20 am Leben. Zudem sollen auch die sterblichen Ăberreste eines 2014 getöteten israelischen Soldat zurĂŒckgegeben werden. Die RĂŒckkehr soll vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz ohne öffentliche Zeremonie und ohne Medienvertreter organisiert werden.
Im Gegenzug soll Israel knapp 2.000 palÀstinensische Gefangene freilassen - darunter rund 250 zu lebenslanger Haft verurteilte HÀftlinge.
Kairo: Gaza-Gipfel mit Trump in Ăgypten
KĂŒrzlich hatte der US-PrĂ€sident bereits angekĂŒndigt, er werde nach Ăgypten reisen, um an einer "offiziellen Unterzeichnung" des Abkommens zwischen Israel und der Hamas teilzunehmen. Das AuĂenministerium in Kairo teilte mit, im Ă€gyptischen Scharm el Scheich sei ein internationales Gipfeltreffen geplant. Den Vorsitz sollten dabei US-PrĂ€sident Donald Trump und Ăgyptens PrĂ€sident Abdel Fattah al-Sisi haben. Ein Tag fĂŒr das Gipfeltreffen wurde nicht genannt.
Erwartet wird in Ăgypten unter anderem eine mögliche Teilnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz, den al-Sisi zu einer Zeremonie anlĂ€sslich der Einigung nach Ăgypten eingeladen hat. Aus deutschen Regierungskreisen hieĂ es, der Kanzler habe die Einladung dankend entgegengenommen. Offiziell bestĂ€tigt wurde eine Reise des Kanzlers bisher aber nicht.
Die USA sind Israels wichtigster VerbĂŒndeter und wollen 200 Soldaten zur Sicherung der Waffenruhe abstellen, von denen Medienberichten zufolge schon einige in der Region eingetroffen sein sollen.
GemÀà dem Friedensplan haben sich die israelischen StreitkrĂ€fte mittlerweile auf eine vorher vereinbarte Position zurĂŒckgezogen. Sie halten damit noch etwas mehr als die HĂ€lfte des KĂŒstenstreifens besetzt.
Schwierige Fragen sollen in zweiter Verhandlungsphase geklÀrt werden
Nach dem Austausch der aus Israel verschleppten Geiseln gegen die palĂ€stinensischen HĂ€ftlinge sollen in einer zweiten Verhandlungsphase Bedingungen geschaffen werden, die einen Frieden in der Region langfristig sichern. Ein vollstĂ€ndiger RĂŒckzug der israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen, den die Hamas fordert, ist laut Trumps Plan erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt vorgesehen, wenn eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) fĂŒr Sicherheit vor Ort sorgt.
Auch um eine Entwaffnung der Terrororganisation Hamas wird es erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt gehen. Die Hamas lehnt das bisher ab. ZusĂ€tzlich zum Truppenbeitrag des US-MilitĂ€rs sollen Soldaten aus der TĂŒrkei, Katar, Ăgypten und anderer Staaten die Waffenruhe absichern. Wann diese Soldaten vor Ort sein werden, steht bislang allerdings nicht fest. Auch einen Zeitplan zum Aufbau einer neuen Verwaltung im Gazastreifen gibt es bisher nicht. Welche Rolle die Hamas kĂŒnftig spielen wird, ist ebenfalls strittig. Sie lehnt eine Einmischung von auĂen bisher ab.
Menschen kehren nach Waffenruhe in den Norden von Gaza zurĂŒck
Seit dem Beginn der Waffenruhe sind nach palĂ€stinensischen Angaben Zehntausende Menschen in den Norden des Gazastreifens zurĂŒckgekehrt. Rund 200.000 im Krieg vertriebene PalĂ€stinenser sollen zurĂŒckgekommen sein, teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz des KĂŒstengebiets mit.
WFP: Genug Lebensmittel fĂŒr zwei Millionen Menschen
Das WelternĂ€hrungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen rief die israelische Regierung auf, rasch weitere Hilfslieferungen fĂŒr die Menschen im Gazastreifen zu ermöglichen. Das WFP habe als gröĂte humanitĂ€re Organisation der Welt genĂŒgend Lebensmittel in der Region, um die gut zwei Millionen Menschen im Gazastreifen fĂŒr bis zu drei Monate zu versorgen, wenn Israel vollen Zugang gewĂ€hrt. Lastwagen seien von Ăgypten, Jordanien und aus dem von Israel besetzten Westjordanland unterwegs, berichtete die UN-Organisation.
Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas sollen Hilfslieferungen in den Gazastreifen ausgeweitet werden. Nach Angaben aus Hamas-Kreisen sollen in der ersten Phase rund 600 Lkw humanitĂ€rer Hilfe pro Tag einfahren. Zuletzt kamen nach Angaben der fĂŒr PalĂ€stinenserangelegenheiten zustĂ€ndigen israelischen Behörde Cogat tĂ€glich im Schnitt rund 300 Lastwagen mit Hilfslieferungen, in den Wochen zuvor seien es rund 200 gewesen.

