ROUNDUP, Digitalsteuer-PlÀnen

Trump droht EuropÀern mit Zöllen

26.06.2026 - 19:53:39 | dpa.de

WASHINGTON - US-PrĂ€sident Donald Trump droht europĂ€ischen LĂ€ndern mit neuen Zöllen in Höhe von 100 Prozent, sollten sie Digitalsteuern beschließen.

(neu: Detail zu Trump-Post, Hintergrund)

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump droht europĂ€ischen LĂ€ndern mit neuen Zöllen in Höhe von 100 Prozent, sollten sie Digitalsteuern beschließen. Die Zölle wĂŒrden an die Stelle vereinbarter Zollabkommen treten, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Das gelte unabhĂ€ngig davon, ob die Abkommen bereits umgesetzt oder unterschrieben seien.

Die neuen Zölle wĂŒrden auf sĂ€mtliche Waren erhoben, die in die USA exportiert werden, schrieb Trump weiter. Sein Vorgehen begrĂŒndete er damit, dass einige LĂ€nder kurz davor seien, Digitalabgaben zu beschließen, die amerikanische Konzerne treffen wĂŒrden. Konkrete LĂ€nder nannte der PrĂ€sident nicht.

PlÀne auch in Deutschland

Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit immer wieder PlĂ€ne fĂŒr eine Digitalabgabe großer Internetkonzerne. So warb der parteilose Medienstaatsminister Wolfram Weimer schon seit lĂ€ngerem fĂŒr eine Abgabe, damit Google US02079K1079 und andere Konzerne einen Anteil ihrer Erlöse abgeben, um das deutsche Mediensystem zu stĂŒtzen. Er setzte auf eine zweckgebundene Plattformabgabe fĂŒr Medien.

Es gab dazu demnach aber innerhalb der schwarz-roten Koalition unterschiedliche Positionen. So setzten Sozialdemokraten vor einiger Zeit auf eine klassische Digitalsteuer.

Die Digitalabgabe wĂŒrde große Internetkonzerne wie Google und Meta US30303M1027 treffen. Vorbild ist Österreich. Dort sind große Online-Plattformen seit 2020 verpflichtet, fĂŒnf Prozent der EinkĂŒnfte aus der Werbevermarktung abzufĂŒhren.

Trump drohte immer wieder

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump eine Digitalabgabe verurteilt und mit Zöllen droht. Im August 2025 hatte er schon einmal eine Warnung an LÀnder ausgesprochen, solche Abgaben zu stoppen. Er hatte kein explizites Land genannt.

Außerdem hatte er wegen der Besteuerung von US-Konzernen bereits explizit Großbritannien gedroht, die Zolldrohung aber bis heute nicht wahr gemacht.

Zölle sind ein zentrales Element in Trumps zweiter Amtszeit, jedoch stieß er mit der aggressiven Zollpolitik auch an Grenzen. So hatte der Oberste Gerichtshof in den USA viele seiner Zölle fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt.

EU hat Zollabkommen gebilligt

Erst am Vortag hatten die EU-LĂ€nder in Luxemburg grĂŒnes Licht dafĂŒr gegeben, die Zölle auf US-IndustriegĂŒter abzuschaffen und US-MeeresfrĂŒchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewĂ€hren. Das Handelsabkommen zwischen EU und USA hĂ€tte damit bald vollstĂ€ndig umgesetzt werden können.

Ein Sicherheitsnetz soll aber dafĂŒr sorgen, dass die Vorteile nur dann gelten, wenn auch die USA ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen vollstĂ€ndig umsetzen. Darauf hatten sich das Europaparlament und die Staaten nach langem Ringen geeinigt.

de | boerse | 69635226 |