Trump reicht Milliardenklage gegen BBC ein
16.12.2025 - 07:05:17Die Klageschrift ging bei einem Gericht im US-Bundesstaat Florida ein. Es geht um eine Klagesumme von zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) - bisher war von einem Betrag zwischen einer und fĂŒnf Milliarden Dollar die Rede gewesen.
Trump hatte die Klage schon vor einem Monat angekĂŒndigt. Hintergrund ist ein Streit um den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021, den der Sender fĂŒr die Sendung "Panorama" verwendet hatte. Ausgestrahlt wurde sie kurz vor der PrĂ€sidentschaftswahl im November 2024, bei der Trump die Demokratin Kamala Harris besiegte.
Der Republikaner wirft der renommierten Rundfunkanstalt eine "falsche, diffamierende, irrefĂŒhrende, herabwĂŒrdigende, aufwieglerische und böswillige" Darstellung ĂŒber ihn in der Sendung vor. Der Sender habe sich in die US-PrĂ€sidentschaftswahl einmischen und den Ausgang zu seinem Nachteil beeinflussen wollen.
Strittige Sendung ĂŒber Sturm aufs Kapitol
FĂŒr ihre Sendung hatte die BBC Passagen aus unterschiedlichen Teilen der damaligen Rede Trumps an seine AnhĂ€nger aneinander geschnitten. An jenem Januar-Tag war es in der US-Hauptstadt Washington zum gewaltsamen Sturm auf das Kapitol gekommen, wo der Wahlsieg von Trumps damaligem Widersacher, dem Demokraten Joe Biden, offiziell bestĂ€tigt werden sollte.
Trump - damals nach seiner ersten Amtszeit (2017-2021) abgewĂ€hlt, aber noch im Amt - wiederholte in seiner Rede die mehrfach widerlegte Behauptung, er sei durch Betrug um den Wahlsieg gebracht worden. Nach der Rede stĂŒrmten Trumps AnhĂ€nger den Sitz des Parlaments.
Die BBC rĂ€umte als Reaktion auf Trumps Kritik Fehler ein. Unbeabsichtigt sei in der Sendung der Eindruck entstanden, es handle sich um einen zusammenhĂ€ngenden Redeabschnitt. Dadurch könne es so wirken, als habe Trump direkt zu Gewalt aufgerufen. Der Sender entschuldigte sich auch bei ihm. Der Fall wurde als maĂgeblicher Grund fĂŒr den RĂŒcktritt von Senderchef Tim Davie und der fĂŒrs NachrichtengeschĂ€ft verantwortlichen Journalistin Deborah Turness angegeben.
In der Klage wirft Trump dem Sender vor, einen wichtigen Teil seiner Rede weggelassen zu haben, um die gezeigten Aussagen bewusst in einen falschen Zusammenhang zu stellen.
BBC: keine Grundlage fĂŒr Verleumdungsklage
Trumps Anwaltsteam hatte der BBC in einem Brief gedroht, man werde Klage einreichen, sollte sich der Sender nicht entschuldigen, die Sendung zurĂŒckziehen und eine EntschĂ€digung zahlen. Die BBC erklĂ€rte zwar, die Sendung werde nicht mehr ausgestrahlt. Eine EntschĂ€digung wollte der Sender aber nicht zahlen. FĂŒr eine Verleumdungsklage sah das Medienunternehmen keine Grundlage.
Trumps Kampf gegen Medien
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-PrĂ€sident gegen ihm unliebsame Medien vorgeht. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar verschĂ€rfte er nicht nur den Ton gegenĂŒber Journalisten, sondern griff auch wiederholt zu juristischen Mitteln und versuchte Berichterstattung ĂŒber ihn und seine Regierung zu diskreditieren oder ganz zu unterbinden.
Immer wieder spricht Trump von Falschnachrichten ("Fake News"), die renommierte MedienhÀuser aus seiner Sicht verbreiten. Zudem beleidigt er hÀufig Journalisten, wenn sie ihm Fragen stellen, die ihm nicht gefallen.
Ein Instrument Trumps ist es, MedienhĂ€user mit Klagen zu ĂŒberziehen - so geschehen etwa im Falle der US-Fernsehsender CBS und ABC. In beiden FĂ€llen einigten sich die Parteien auf einen Vergleich in Millionenhöhe, ohne es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Kritiker sehen in Trumps Klagen gezielte EinschĂŒchterungsversuche und einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Trump verklagte auch die "New York Times". Er wirft der Zeitung vor, ihn vor der PrÀsidentschaftswahl 2024 diffamiert zu haben, und fordert Schadenersatz in Milliardenhöhe. Die Zeitung erklÀrte, die Klage sei juristisch unhaltbar und vielmehr ein Versuch, unabhÀngige Berichterstattung zu verhindern
Trump legte sich auch mit dem mĂ€chtigen Medienmogul Rupert Murdoch an, dessen Zeitungen in der Regel eher wohlwollend ĂŒber den Republikaner berichten. Er fordert Milliarden von dem GeschĂ€ftsmann, zu dessen Medienportfolio auch das "Wall Street Journal" gehört. Die US-Zeitung hatte vor einiger Zeit ĂŒber Trumps Verbindung zu SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein berichtet. Es ging um ein angebliches GlĂŒckwunschschreiben mit schlĂŒpfrigem Inhalt zum 50. Geburtstag Epsteins im Jahr 2003, das Trumps Namen tragen soll. Trump bestreitet, Urheber des Schreibens zu sein.

