ROUNDUP, Trump

Trump kĂŒndigt Hilfe fĂŒr iranische Demonstranten an

13.01.2026 - 17:54:46

Angesichts der Massenproteste im Iran hat US-PrĂ€sident Donald Trump bis auf weiteres alle GesprĂ€che mit der FĂŒhrung in Teheran ausgesetzt und den Demonstranten UnterstĂŒtzung in Aussicht gestellt.

"Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das "sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre". "Sie werden einen hohen Preis zahlen", schrieb Trump und kĂŒndigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunĂ€chst unklar.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritÀre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. In StÀdten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler HÀrte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Trump hatte den Demonstranten bereits öffentlich den RĂŒcken gestĂ€rkt und die iranische Regierung vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Am Wochenende sagte er vor Journalisten, dass die Regierung in Teheran mit den USA verhandeln wolle. Zugleich hielt er die Drohung eines militĂ€rischen Eingreifens aufrecht.

Trump drohte bereits mit anderen Maßnahmen

Am Vortag hatte Trump auf Truth Social einen Strafzoll in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus allen LĂ€ndern angekĂŒndigt, die GeschĂ€fte mit dem Iran machen. Offen blieben allerdings viele Fragen: So war nicht klar, was genau seine Formulierung zu LĂ€ndern umfasst. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem China, Indien, die Emirate und die TĂŒrkei. Aber auch EU-LĂ€nder wie Deutschland betreiben in geringem Umfang Handel mit dem Iran, eingedĂ€mmt durch Sanktionen und politische Hindernisse.

Trump sprach von einer "endgĂŒltigen Anordnung", die ab sofort gelte. Vom Weißen Haus wurde zunĂ€chst aber kein solcher Erlass des PrĂ€sidenten veröffentlicht. Trump hat schon hĂ€ufiger neue Zölle oder Erhöhungen existierender EinfuhrgebĂŒhren angekĂŒndigt, die dann teils zurĂŒckgenommen oder aufgeschoben wurden.

Unklar blieb auch, mit welcher rechtlichen Grundlage die Zölle gegen Irans Handelspartner verhĂ€ngt werden sollen. Bisher setzte Trump dafĂŒr grĂ¶ĂŸtenteils auf das Notstandsgesetz IEEPA (International Emergency Economic Powers Act). Allerdings prĂŒft das Oberste Gericht der USA gerade, ob der Einsatz des Gesetzes rechtmĂ€ĂŸig war. Die Richter machten in einer Anhörung zu dem Streit einen eher skeptischen Eindruck.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von Hunderten Toten

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo beziffert die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste im Iran Ende Dezember auf inzwischen mindestens 648. Auch das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA sprach von knapp 650 Toten. Darunter seien 505 Demonstranten - unter ihnen neun Kinder - und 133 MilitÀr- und Polizeibeamte.

Einigen SchĂ€tzungen zufolge könnten sogar mehr als 6.000 Menschen getötet worden sein, schrieb IHRNGO auf X weiter. Die Zahl der Festnahmen ĂŒbersteige einigen SchĂ€tzungen nach mehr als 10.000. Die Angaben können derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.

@ dpa.de

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