Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Leicht erholt - US-Ultimatum im Iran-Krieg im Blick

07.04.2026 - 12:04:07 | dpa.de

Der Dax DE0008469008 hat am Dienstag anfĂ€ngliche leichte Verluste abgeschĂŒttelt und ins Plus gedreht.

Zuletzt schienen die Anleger wieder etwas optimistischer gestimmt, was ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Krieg anbelangt.

Der deutsche Leitindex stieg bis zum Mittag um 0,9 Prozent auf 23.385 Punkte. Damit erreichte das Börsenbarometer das Niveau von Mitte MĂ€rz. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann ein Prozent auf 29.200 ZĂ€hler. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 ging es ebenfalls um ein Prozent nach oben.

Nach dem langen Osterwochenende bleibe das Ultimatum der USA gegen den Iran vorerst das marktbestimmende Thema, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. US-PrĂ€sident Donald Trump bekrĂ€ftigte seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und BrĂŒcken, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet.

Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur fĂŒr Rohöl und FlĂŒssiggas. Ein Sprecher der iranischen MilitĂ€rfĂŒhrung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.

Die Nase vorn im Dax hatten die Aktien von BASF DE000BASF111 mit einem Plus von 2,7 Prozent. Sie profitierten von der insgesamt guten Stimmung in der Chemiebranche EU0009658608.

"Der Dax zeigt sich vor Ablauf des von Donald Trump gesetzten Ultimatums weiterhin erstaunlich robust", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal und hielten damit an ihrer optimistischen Grundhaltung fest.

"Die MĂ€rkte klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung und blenden dabei viele Risiken aus", fuhr Emden fort. Je nĂ€her aber die Frist rĂŒckt, desto grĂ¶ĂŸer dĂŒrfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden. Mit jeder Stunde ohne Einigung steige die NervositĂ€t, auch wenn sich diese bislang nur begrenzt in den Kursen widerspiegele.

Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt fĂŒr stark gestiegene Ölpreise und im Gegenzug fĂŒr deutliche Verluste an den AktienmĂ€rkten. Zuletzt hat der Preis fĂŒr die Öl-Referenzsorte Brent mit Auslieferung im Juni zwar wieder etwas nachgegeben, doch seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die HĂ€lfte an.

Unter den Einzelwerten bewegten Analystenkommentare die Kurse. So gewannen Aurubis DE0006766504 an der MDax-Spitze vier Prozent, nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte. Die Entwicklung bei Metallen treibe die Gewinne an, schrieb Experte Stefan Augustin. Zudem passten die Hamburger gut ins Thema europÀische SouverÀnitÀt mit ihrem Zugang zu strategischen Ressourcen durch Recycling.

Carl Zeiss Meditec DE0005313704 zogen um gut drei Prozent an. Experte Richard Felton von der US-Bank Goldman Sachs macht zumindest auf kurze Sicht AufwĂ€rtspotenzial fĂŒr die Papiere des Herstellers von Medizintechnik aus. Er begrĂŒndet dies mit der Aussicht auf Kosteneinsparungen und ein stimmigeres Konzernportfolio. Auch eine Wiederaufnahme der im Januar ausgesetzten Jahresziele 2026 bei der anstehenden Veröffentlichung von Quartalszahlen könne sich positiv auswirken./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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