Devisen: Euro zieht zum US-Dollar an - EZB erhöht Inflationsprognose deutlich
19.03.2026 - 20:28:47 | dpa.deIm New Yorker Handel wurde erstmals seit mehr als einer Woche wieder die Marke von 1,16 US-Dollar ĂŒberschritten. Zuletzt wurden dort bis zu 1,1614 US-Dollar fĂŒr die GemeinschaftswĂ€hrung bezahlt. Die EZB hatte den Referenzkurs vor der Entscheidung noch deutlich tiefer auf 1,1489 (Mittwoch: 1,1500) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8703 Euro.
Die EZB hat die Leitzinsen trotz aller Sorgen wegen des Iran-Kriegs wie erwartet unverĂ€ndert belassen. Allerdings erwartet die Notenbank wegen des Ălpreisschocks und steigender Energiekosten einen Inflationsschub im Euroraum. Sie hat ihre Inflationsprognose fĂŒr das laufende Jahr deutlich angehoben: "Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten gefĂŒhrt", sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde. Er drohe, die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen.
Katars fĂŒr den Weltmarkt bedeutende FlĂŒssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschĂ€digt worden und dies trieb die Ăl- und Gaspreise am Donnerstag weiter nach oben. Experten von JPMorgan erhöhten daraufhin ihre Inflationserwartungen fĂŒr die Eurozone. Raphael Brun-Aguerre von der US-Bank bezifferte seine neue SchĂ€tzung fĂŒr den Mai im Jahresvergleich auf 3 Prozent und im Schnitt des zweiten Halbjahres auf 2,9 Prozent - Zahlen, die ĂŒber dem 2-Prozent-Ziel der EZB liegen.
Einige Experten wie Jens-Oliver Niklasch, Ăkonom bei der Landesbank LBBW, vermuten denn auch, dass die EZB im Ernstfall reagieren wird: "Bleibt die StraĂe von Hormus zu, wird ein deutlicher Zinsanstieg die Konsequenz sein." Die Aussicht auf steigende Marktzinsen stĂŒtzte den Euro. AufwĂ€rts ging es auch mit dem britischen Pfund, nachdem die Notenbank des Landes ihren Leitzins wie erwartet stabil gehalten hatte.
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