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Frankfurt Eröffnung: Verluste nach gescheiterten Iran-Gesprächen

13.04.2026 - 10:11:13 | dpa.de

Die vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben den deutschen Aktienmarkt am Montag deutlich belastet.

Auf die Stimmung drückte zudem die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus.

Der Leitindex Dax DE0008469008 fiel um ein Prozent auf 23.570 Punkte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten verlor 1,3 Prozent auf 29.980 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um ein Prozent abwärts.

Direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad waren am Wochenende ohne greifbares Ergebnis geblieben. Für diesen Montag nun hat das US-Militär auf Anordnung von Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Der Iran gab sich unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf der Plattform X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren." Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es.

Zwar rechneten die Anleger fest damit, dass beide Parteien zähneknirschend an den Verhandlungstisch zurückkehren, doch die akute Gefahr bleibe extrem hoch, schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades. Das absolute Nadelöhr, die blockierte Straße von Hormus, bleibe unter der Kontrolle Teherans weiterhin fest verschlossen. Und als Vergeltung drohe die US-Administration nun mit eigenen, aggressiven Blockaden. Dieses explosive geopolitische Gemisch berge massive Risiken.

Die Ölpreise stiegen infolge der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wieder in größerem Maße, was einmal mehr entsprechende Inflations- und Konjunktursorgen weckte. In der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erneut über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies hatte bereits die Börsen in Asien ins Minus gedrückt.

Am Dax-Ende fielen Deutsche Telekom DE0005557508 nach einem Analystenkommentar um 2,4 Prozent. Über den Aussichten für das US-Geschäft stünden durchaus Wolken, und das erste Quartal dürfte mehr Fragen als Antworten hinterlassen, schrieb Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan.

Als Schlusslicht im MDax knickten die Papiere von Nemetschek DE0006452907 um 7,4 Prozent und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.

Lufthansa DE0008232125 sackten um gut vier Prozent ab. Am Montag fielen zahlreiche Flüge wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen.

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