USA und Ukraine einig ĂŒber Friedensplan - was sagt Moskau?
25.11.2025 - 19:28:28Die AbsÀtze 7 bis 9 wurden nach dem Ende der Konferenz der Koalition der Willigen angepasst.)
PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Ukraine hat den wichtigsten Punkten des US-Friedensplans Angaben beider Regierungen zufolge zugestimmt. "Unsere Delegationen haben eine Ăbereinkunft ĂŒber die wichtigsten Bestimmungen des in Genf ausgehandelten Abkommens erzielt", schrieb der SekretĂ€r des nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Rustem Umjerow, bei Facebook. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj soll demnach noch im November zu einem Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump reisen.
In den USA zitierten mehrere Medien einen nicht namentlich genannten Regierungsbeamten mit dem Satz: "Die Ukrainer haben dem Friedensabkommen zugestimmt." Es seien noch "einige kleine Details zu klÀren", sagte er laut ABC News und CBS News. In Abu Dhabi tagten Berichten zufolge am Dienstag hochrangige Mitglieder der US-Regierung mit einer russischen Delegation.
Trump sprach von "Fortschritten" und sagte: "Ich glaube, wir stehen kurz vor einer Einigung, wir werden sehen." Die Sprecherin des WeiĂen Hauses, Karoline Leavitt, schrieb auf der Plattform X, es gebe "einige heikle, aber nicht unĂŒberwindbare Details, die geklĂ€rt werden mĂŒssen und weitere GesprĂ€che zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten erfordern".
Die USA hatten in der vergangenen Woche einen 28-Punkte-Plan vorgelegt, um den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg in der Ukraine zu beenden. EuropÀer und Ukrainer hatten den von vielen als "russische Wunschliste" kritisierten Plan in Genf mit US-Vertretern nachverhandelt. Medienberichten zufolge soll der Plan nur noch rund 20 Punkte umfassen.
Lawrow: Moskau wartet auf Informationen aus den USA
Moskau hatte den ursprĂŒnglichen Plan, der harte ZugestĂ€ndnisse von der Ukraine gefordert hatte, als mögliche Grundlage fĂŒr Verhandlungen bezeichnet, aber vor gröĂeren Aufweichungen zugunsten Kiews gewarnt. AuĂenminister Sergej Lawrow sagte russischen Agenturen zufolge: "Wir erwarten, dass die USA uns informieren, wenn sie ihre Beratungen mit dem ukrainischen Regime und mit den EuropĂ€ern abgeschlossen sehen."
Der russische AuĂenminister sprach Deutschland und anderen europĂ€ischen Staaten ab, im Ukraine-Krieg vermitteln zu können. "Ihr hattet eure Chancen, Leute", sagte er. Moskau schĂ€tze nun eher die Positionen von Vermittlern wie Belarus, der TĂŒrkei, Ungarn oder den USA. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte indessen, weil es um die europĂ€ische Sicherheit gehe, werde man irgendwann auch die europĂ€ischen Staaten in GesprĂ€che einbeziehen.
Der ukrainische SicherheitsratssekretĂ€r Umjerow sagte, das Ziel der Selenskyj-Reise nach Washington sei, die letzten Etappen des Abkommens zu erörtern. In Europa berieten am Dienstag derweil die westlichen UnterstĂŒtzer in der sogenannten Koalition der Willigen ĂŒber den Stand der Dinge. Er begrĂŒĂe die Tatsache, dass Fortschritte zu sehen seien, sagte der britische Premierminister Keir Starmer zu Beginn der Videokonferenz. "Und wir erinnern uns daran, dass niemand den Frieden mehr will als Wolodymyr und das ukrainische Volk."
Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Selenskyj telefoniert. "Wir haben die Entwicklung der Situation besprochen und unsere nÀchsten Schritte koordiniert", teilte Selenskyj mit. Dabei sei es auch um die Tagesordnung einer Sitzung der Koalition der Willigen gegangen.
EuropĂ€ische VerbĂŒndete mit militĂ€rischen Sicherheitsgarantien
Die "grundlegenden Prinzipien" lĂ€gen klar auf dem Tisch, sagte Starmer kurz vor Beginn der Konferenz, an der unter anderem auch Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte teilnahm. "Die SouverĂ€nitĂ€t der Ukraine muss gewahrt bleiben, die Ukraine muss in Zukunft in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen, und Fragen, die die Ukraine und ihre Zukunft betreffen, mĂŒssen von der Ukraine selbst entschieden werden."
Angaben von Frankreichs PrĂ€sidenten Emmanuel Macron zufolge wollen die VerbĂŒndeten den US-Friedensplan mit militĂ€rischen Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine unterstĂŒtzen. Im Falle eines Waffenstillstands mĂŒssten in der Ukraine "Sicherheitstruppen" eingesetzt werden, sagte Macron im Interview des Senders RTL. "An dem Tag, an dem der Frieden unterzeichnet wird", mĂŒssten diese "Sicherheitstruppen", wozu unter anderem französische Soldaten gehören, Trainings und SicherheitsmaĂnahmen durchfĂŒhren, sagte Macron. AuĂerdem mĂŒsse die ukrainische Armee gestĂ€rkt werden.
"Es kann keinen dauerhaften Frieden geben, wenn man die ukrainische Armee in ihrer Verteidigungs- und AbschreckungsfĂ€higkeit einschrĂ€nkt", sagte Macron. "Die wichtigste Sicherheitsgarantie fĂŒr die Ukrainer und fĂŒr uns ist daher diese starke Armee." Dazu mĂŒsse die Ausbildung, AusrĂŒstung und die EinsatzfĂ€higkeit der ukrainischen Truppen in den kommenden Monaten und Jahren gefördert werden.
Mindestens sieben Tote bei Luftangriff auf Kiew
Bei einem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gab es nach Angaben von BĂŒrgermeister Vitali Klitschko mindestens 7 Tote und mehr als 20 Verletzte. Russland setzte neben Drohnen auch Raketen und Marschflugkörper ein.
Schwerer ukrainischer Drohnenangriff auf SĂŒdrussland
Zugleich wurden bei einem massiven ukrainischen Drohnenangriff auf den SĂŒden Russlands und die von Moskau annektierte Halbinsel Krim mindestens drei Menschen getötet. Die Opfer stammten aus der GroĂstadt Taganrog, wie der Gouverneur der Region Rostow am Don, Juri Sljussar, bei Telegram mitteilte. Ăberdies seien zehn Menschen verletzt worden.
Sechs Verletzte gab es offiziellen Angaben nach auch im russischen Gebiet Krasnodar. Die Region sei einem der lĂ€ngsten und massivsten Drohnenangriffe ausgesetzt gewesen, schrieb Gouverneur Wenjamin Kondratjew. Vor allem die Hafenstadt Noworossijsk, StĂŒtzpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, wurde demnach schwer getroffen. Allein hier gab es vier Verletzte und mehrere EinschlĂ€ge in WohnhĂ€user.
Nach Angaben des russischen MilitĂ€rs war es einer der schwersten ukrainischen Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn. Das Verteidigungsministerium in Moskau macht zwar traditionell keine Angaben zu SchĂ€den, berichtete aber ĂŒber die Abwehr von insgesamt 249 Drohnen.

