Bundesrat billigt Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur
06.03.2026 - 12:31:37 | dpa.deDas vom Bundestag Ende Januar beschlossene sogenannte Kritis-Dachgesetz macht Unternehmen und Teilen der Verwaltung strengere Vorgaben fĂŒr den Schutz zentraler Institutionen und Anlagen. Dabei geht es um die Abwehr von Angriffen Krimineller und von AnschlĂ€gen von Extremisten.
Mit ZĂ€unen, ZugangsbeschrĂ€nkungen und einer Identifizierung technischer Schwachpunkte sollen Risiken begrenzt werden, auch um Sabotageaktionen auslĂ€ndischer MĂ€chte vorzubeugen. Das Gesetz setzt eine EU-Richtlinie um. Es war bereits unter der Ampel-Regierung vorbereitet worden, aber infolge des Bruchs der Koalition von SPD, GrĂŒnen und FDP nicht zum Abschluss gebracht worden.
Kritische Infrastruktur steht heute permanent unter Druck
Die Infrastruktur stehe stark unter Druck, sagte die Parlamentarische StaatssekretĂ€rin im Bundesinnenministerium, Daniela Ludwig (CSU). "Und das im Prinzip nicht nur ab und an, sondern eigentlich tĂ€glich und permanent." Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) wies auf die Erfahrungen beim tagelangen Stromausfall in Teilen der Hauptstadt nach dem Brandanschlag auf eine KabelbrĂŒcke hin: "Kommunikation fiel aus, Verkehrsknotenpunkte standen still, Versorgungsketten rissen, medizinische Einrichtungen geraten unter Druck."
Die LÀnder kritisierten insbesondere, dass nach dem Gesetz zur kritischen Infrastruktur Einrichtungen zÀhlen, die mehr als 500.000 Personen versorgen. Aus ihrer Sicht ist dieser Schwellenwert viel zu hoch - sie plÀdierten eine Absenkung auf 150.000 Menschen.
Bund greift in ProtokollerklÀrung LÀnderforderungen auf
ThĂŒringens Innenminister Georg Maier (SPD) machte deutlich, dass diese Regelung fĂŒr sein relativ dĂŒnn besiedeltes Land nicht praxistauglich ist. "Wir haben viel Infrastruktur, aber wenig Menschen. Deswegen passt das Gesetz fĂŒr uns nicht." Erfurt, die gröĂte Stadt des Landes, zĂ€hle gerade einmal 215.000 Einwohner. Es seien aber viel mehr Menschen in Deutschland von der Infrastruktur ThĂŒringens abhĂ€ngig als Menschen dort lebten.
Ermöglicht wurde die Zustimmung der LĂ€nder durch eine in letzter Minute ausgearbeitete ProtokollerklĂ€rung des Bundes. Diese greife zentrale Forderungen der LĂ€nder auf, sagte Baden-WĂŒrttembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU).
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