BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Back-to-Originator-Postulat (so auch im Deutschen gesagt)
In Zusammenhang mit der Subprime-Krise 2007 aufgekommene Forderung, dass Banken die von ihnen gegrĂŒndeten Zweckgesellschaften mitsamt den nötigen Wertberichtigungen in ihre Bilanz aufzunehmen haben. -Zwar war nach dem reinen Stimmrecht-Kriterium auch gemĂ€ss IFRS und USGAAP dies bis dahin auch dann nicht zwingend, wenn der Originator dem Conduit bonitĂ€tsverstĂ€rkende unwiderrufliche Kreditzusagen gegeben hatte; lediglich die Stimmrechtslage (voting control rule) war ausschlaggebend. Eine Pflicht zur Konsolidierung bestand also nicht, wenn keine Stimmrech-Mehrheit gegeben war. TatsĂ€chlich aber kamen bei Ziehung der FazilitĂ€ten durch die in Not geratene Zweckgesellschaft (im Zuge der Subprime- Krise stockte der Absatz von Verbriefungspapieren, und die Conduits gerieten in einen LiquiditĂ€tsengpass) die Risiken auf den Originator zurĂŒck, was viele Institute ins Schlingern geraten liess. -Inzwischen geht man davon aus, dass die Berichtsgesellschaft ihre Zweckgesellschaften konsolidieren muss (und nicht nur als AusserbilanzgeschĂ€ft im "bilanziellen Nichts" -nĂ€mlich im Anhang, Lagebericht, Management Commentary oder sonstwo -zu erwĂ€hnen hat), wenn immer auf irgend einem Wege Forderungen des Conduits an den Originator auftauchen können (risks-and-reward rule). Siehe AktivitĂ€ts- Verlagerung, bilanzbestimmte, Asset Backed Securities, AusserbilanzgeschĂ€ft, CLOFonds, Conduit-Gesellschaft, Einzel-Originator-Verbriefung, Erstverlust-Tranche, FlĂŒssigmachung, Konsolidierung, Mezzanine-Tranche Originate-to-distribute-Strategie, Originator, Residential Mortgage Backed Securities, RĂŒckzahlung, vorzeitige, Single Master Liquidity Conduit, Stimmrecht-Kriterium, UnterstĂŒtzung, stillschweigende, Verbriefungsstruktur.

