AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten mit 421.000 Mails
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 08:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAfD prüft veröffentlichte Mail-Daten
- Die AfD meldet einen Angriff auf einen Hosting-Dienstleister im September 2026.
- Aktuelle Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nach Parteiangaben nicht betroffen.
- Unbekannte stellen rund 421.000 E-Mails aus angeblich zehn Konten ins Internet.
- Die AfD will die Onlineveröffentlichung und die Echtheit der Dateien prüfen.
AfD bestätigt Angriff auf Hosting-Dienstleister
Bei einem Hackerangriff sind nach AfD-Angaben im September 2026 mutmaßlich Daten aus einigen E-Mail-Konten der Partei kopiert worden. Unbekannte veröffentlichten anschließend im Internet Dateien, bei denen es sich nach eigenen Angaben um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll.
Aktuelle Bundesverbandskonten nicht betroffen
Die AfD teilte mit, der Angriff habe einen Hosting-Dienstleister betroffen und offenbar Teile einiger weniger Postfächer erfasst. Die meisten dieser Konten seien seit Jahren nicht mehr genutzt worden; aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen.
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Veröffentlichung angeblicher Kontodaten
Die Unbekannten behaupten, die Dateien stammten aus zehn Postfächern. Darunter sollen sich ein Konto auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland sowie ein früher von der Partei als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genanntes Konto befinden.
AfD kündigt Prüfung an
Nach eigener Darstellung erkannte und beendete die Partei den Angriff rasch. Sie erklärte, alle Nutzer informiert zu haben, und teilte mit, die Onlineveröffentlichung vermutlich eines Teils der Daten werde geprüft.
Eine erste Einschätzung zur Echtheit und zum Umfang der veröffentlichten Dateien will die AfD erst nach Abschluss dieser Prüfung abgeben.
Der Vorgang reiht sich in eine wachsende Zahl politisch relevanter Cyberangriffe ein, bei denen nicht nur der unmittelbare Zugriff auf Systeme, sondern auch die spätere Veröffentlichung mutmaßlich gestohlener Daten zum Risiko wird. Besonders sensibel sind E-Mail-Archive, weil sie neben interner Kommunikation auch personenbezogene Daten, Kontaktdaten und Hinweise auf politische Arbeitsabläufe enthalten können.
Nach Angaben der AfD soll der Angriff im September 2026 auf einen Hosting-Dienstleister erfolgt sein. Die Partei betont, dass aktuelle Postfächer des Bundesverbands nicht betroffen gewesen seien und der Zugriff rasch beendet worden sei. Damit liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Abgrenzung des tatsächlichen Schadens: Entscheidend ist, welche Konten betroffen waren, aus welchem Zeitraum die Nachrichten stammen und ob die veröffentlichten Dateien authentisch und vollständig sind.
Folgen für Betroffene und Parteien
Für die AfD und möglicherweise betroffene Kommunikationspartner stehen nun forensische Prüfungen, die Information von Nutzern und gegebenenfalls datenschutzrechtliche Schritte im Vordergrund. Sollten echte Nachrichten veröffentlicht worden sein, könnten auch frühere Absender und Empfänger betroffen sein. Für Parteien zeigt der Fall zugleich, dass ausgelagerte IT-Dienste, alte Postfächer und nicht mehr aktiv genutzte Konten dauerhaft abgesichert oder gelöscht werden müssen.
Die genannte Zahl von rund 421.000 E-Mails beschreibt zunächst nur die Behauptung der Unbekannten. Eine belastbare Bewertung setzt die technische Prüfung der Dateien voraus. Bis dahin bleibt offen, ob es sich um vollständige Postfächer, Kopien einzelner Nachrichten oder teilweise manipuliertes Material handelt.
