AfD, Hackerangriff

AfD bestĂ€tigt Hackerangriff und prĂŒft 421.000 veröffentlichte Mails

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 09:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Unbekannte stellen angeblich rund 421.000 E-Mails der AfD ins Netz. Die Partei bestÀtigt einen Angriff auf einen Hosting-Dienstleister, betont aber, dass aktuelle PostfÀcher des Bundesverbands nicht betroffen seien.

AfD prĂŒft mögliche Datenveröffentlichung

  • Der Angriff auf den Hosting-Dienstleister ereignete sich nach AfD-Angaben im September 2026.
  • Die angeblichen Daten sollen aus zehn PostfĂ€chern stammen, darunter eines auf den Namen Alexander Gaulands.
  • Die AfD erklĂ€rte, der Angriff sei beendet und die Nutzer seien informiert worden.
Hacker haben sich Zugang zu E-Mail-PostfÀchern der AfD verschafft. (Symbolbild) - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Angriff auf AfD-Dienstleister im September

Bei einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister der AfD sind nach Angaben der Partei Teile einiger Àlterer E-Mail-PostfÀcher kopiert worden. Aktuelle E-Mail-Konten des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen.

Unbekannte veröffentlichten im Internet nach eigenen Angaben rund 421.000 AfD-E-Mails. Ob die Dateien echt sind, ist zunÀchst unklar.

Angebliche Daten aus zehn PostfÀchern

Die anonymen Betreiber behaupten, die Daten stammten aus zehn PostfĂ€chern. Darunter soll sich ein Konto auf den Namen des frĂŒheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland befinden.

Genannt wird außerdem ein Postfach, das die AfD frĂŒher als Kontakt fĂŒr ihre BundesgeschĂ€ftsstelle angegeben hatte. Die veröffentlichte Webseite zeigt eine Übersicht der angeblichen Mails, stellt aber keine Inhalte bereit.

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Webseite Mitte Oktober registriert

Die anonyme Webseite wurde nach dpa-Recherchen erst Mitte Oktober registriert. Sie macht keine Angaben zur Herkunft der Daten und verweist fĂŒr die angeblichen Mailinhalte auf einen weiteren Download-Server.

Die AfD erklĂ€rte, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden. Alle Nutzer seien informiert worden; die Veröffentlichung werde geprĂŒft.

AfD wartet technische PrĂŒfung ab

Eine erste EinschĂ€tzung zum Umfang und zur Echtheit der Daten will die Partei erst nach Abschluss der PrĂŒfung abgeben. Bis dahin bleibt offen, ob die im Netz behauptete Zahl und die Zuordnung zu einzelnen Konten zutreffen.

Der Angriff betrifft nach Angaben der AfD einen externen Hosting-Dienstleister und damit eine typische Schwachstelle in digital ausgelagerten IT-Strukturen. Auch wenn aktuelle PostfÀcher des Bundesverbands nicht betroffen sein sollen, können alte Konten weiterhin sensible Kommunikations- und Kontaktdaten enthalten.

Die Zahl von rund 421.000 angeblichen E-Mails beschreibt zunĂ€chst den Umfang der Veröffentlichung, nicht deren gesicherte Echtheit. Entscheidend ist deshalb die technische PrĂŒfung der Dateien: Sie muss klĂ€ren, ob die Daten tatsĂ€chlich aus den genannten PostfĂ€chern stammen, ob sie verĂ€ndert wurden und welche Personen oder Organisationen konkret betroffen sind.

Folgen fĂŒr Datenschutz und Parteien

FĂŒr die AfD stehen neben möglichen politischen Auswirkungen auch datenschutzrechtliche Fragen im Raum. Sollten personenbezogene Daten wie Mitgliederlisten, Kontaktdaten oder Dokumente betroffen sein, mĂŒssten die Verantwortlichen Umfang und Risiken des Vorfalls bewerten und gegebenenfalls Datenschutzbehörden sowie Betroffene informieren.

Der Vorgang zeigt zudem, dass nicht mehr genutzte Konten ein dauerhaftes Sicherheitsrisiko darstellen können. FĂŒr Parteien und andere Organisationen gehören deshalb die konsequente Löschung alter PostfĂ€cher, Mehrfaktor-Anmeldungen, getrennte Zugriffsrechte und die Kontrolle von Dienstleistern zu den zentralen Schutzmaßnahmen.

PrĂŒfung des Datenbestands

Die AfD hat angekĂŒndigt, die Veröffentlichung zu prĂŒfen. Erst danach lĂ€sst sich belastbar bestimmen, welche Informationen tatsĂ€chlich abgeflossen sind und ob daraus weitere Sicherheits- oder rechtliche Schritte folgen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „AfD: Mehr als 421.000 E-Mails nach Hackerangriff veröffentlicht“ (20.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tige den Angriff auf einen Hosting-Dienstleister und nenne einen Datensatz von rund 421.179 E-Mails. Er setze zusĂ€tzlich einen Schwerpunkt auf angeblich veröffentlichte Dokumente und betone, dass Echtheit und Ausmaß offenblieben.

Deutschlandfunk: „Medienbericht - Hackerangriff auf die AfD: Mails im Internet veröffentlicht“ (20.10.2026)

Der Bericht fasse die Angaben der Bild-Zeitung zusammen und nenne neben E-Mails auch mögliche weitere Unterlagen. Wie die dpa-Meldung stelle er heraus, dass die Echtheit der veröffentlichten Daten zunÀchst offen sei.

Einigkeit besteht beim bestĂ€tigten Angriff und bei der noch ausstehenden PrĂŒfung des Materials. Unterschiede liegen vor allem in der Darstellung des möglichen Datenumfangs und der zusĂ€tzlich genannten Dokumente.

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