AfD in Umfrage erstmals vor der Union
09.04.2025 - 17:20:53 | dpa.deSechseinhalb Wochen nach der Bundestagswahl liegt die AfD erstmals in einer deutschlandweiten Umfrage vor der Union auf dem ersten Platz. Bei der sogenannten Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos erreichte die AfD einen Stimmenanteil von 25 Prozent. CDU und CSU kamen gemeinsam auf lediglich 24 Prozent. Veröffentlicht wurde das historische Umfrage-Ergebnis ausgerechnet an dem Tag, an dem die neue schwarz-rote Regierung ihren Koalitionsvertrag prÀsentierte.
Angesichts der Vereinbarungen von Union und SPD ist dies nach Ansicht der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel «kein Zufall». CDU-Chef Friedrich Merz sieht im Koalitionsvertrag hingegen eine «sehr, sehr gute Grundlage», um die AfD wieder zurĂŒckzudrĂ€ngen.
Zustimmung zu CDU und CSU geht stark zurĂŒck
Nach der Ipsos-Erhebung verlieren die Unions-Parteien deutlich im Vergleich zur Bundestagswahl vom 23. Februar, wo sie noch 28,5 Prozent der Stimmen geholt hatten. Die AfD verbesserte sich hingegen im Vergleich zum Wahlergebnis von 20,8 Prozent erheblich. FĂŒr die nach Angaben der Meinungsforscher reprĂ€sentative Umfrage wurden am und 4. und 5. April insgesamt 1.000 Menschen befragt.
«Einen so dramatischen Zustimmungseinbruch zwischen einer Bundestagswahl und noch vor der Vereidigung der neuen Regierung gab es noch nie in unserem Land», betonte Weidel und sieht ihre Partei auf dem richtigen Weg. «Ich werde Ihnen versprechen: Wir sitzen in der nÀchsten Legislatur in der Regierung.»
Merz baut hingegen auf die Verabredungen von Union und SPD zur ZurĂŒckdrĂ€ngung der illegalen Migration und zur Belebung der Wirtschaft. Wenn die Menschen das GefĂŒhl hĂ€tten, dass die politische Mitte die Probleme des Landes nicht nur beschreiben, sondern auch lösen könne, entziehe das Extremisten den Boden, sagte der vermutlich kĂŒnftige Bundeskanzler bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags in Berlin.
Trend zeigt sich in mehreren Umfragen
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Instituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Zudem spiegeln Umfragen grundsÀtzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf einen Wahlausgang.
Schon in einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa fĂŒr die «Bild»-Zeitung vom Wochenende lag die AfD erstmals gleichauf mit der Union bei 24 Prozent. Auch im «Trendbarometer» von RTL und ntv vom Dienstag rangierte die AfD nur noch knapp hinter CDU und CSU.
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