Gesellschaft, Wahlen

Umfrage: BĂŒrger bei NeuauszĂ€hlung der Bundestagswahl gespalten

13.11.2025 - 00:00:00

Bei der Frage, ob die Bundestagswahl wegen des Ă€ußerst knappen Scheiterns des BSW neu ausgezĂ€hlt werden sollte, sind die Deutschen gespalten.

36 Prozent wĂŒrden laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa, ĂŒber die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet, eine NeuauszĂ€hlung begrĂŒĂŸen, 30 Prozent lehnen sie ab. 21 Prozent ist es gleichgĂŒltig. Die grĂ¶ĂŸte Zustimmung findet eine NeuauszĂ€hlung wenig ĂŒberraschend bei AnhĂ€ngern des BSW: hier sind 77 Prozent dafĂŒr.

Bei Sympathisanten der AfD sind es 60 Prozent. BSW-GrĂŒnderin Wagenknecht kritisierte gegenĂŒber dem RND, dass der WahlprĂŒfungsausschuss des Bundestags nach wie vor nicht zusammentritt, um ĂŒber den Einspruch des BSW zu beraten: "Der WahlprĂŒfungsausschuss wird von Woche zu Woche immer mehr zu einer Farce. Es hĂ€tte schon lĂ€ngst eine Entscheidung geben mĂŒssen. Das Gremium beschĂ€digt das Ansehen von Parlament und Demokratie", sagte sie. "In der nĂ€chsten Sitzungswoche Ende November muss endlich der Weg fĂŒr eine NeuauszĂ€hlung freigemacht werden." Es gehe nicht nur ums BSW, sondern "vor allem um das Vertrauen in die Demokratie insgesamt", sagte die scheidende Parteivorsitzende. Die Berliner Staatsrechtsprofessorin Sophie Schönberger sieht hingegen keine Veranlassung, die Bundestagswahl neu auszuzĂ€hlen. Sie sagte dem RND: "Es gibt keine systematischen Wahlfehler. Das WahlprĂŒfungsverfahren ist nicht dafĂŒr da, zu sagen, vielleicht lassen sie sich noch irgendwo Stimmen finden, sondern es ist dafĂŒr da, um Wahlfehler aufzuspĂŒren." Das BSW habe nach ihrer Kenntnis keine "substanziellen Wahlfehler angemahnt". Dass es "minimale ZĂ€hlfehler" gebe, "können Sie in einem Massenverfahren nicht verhindern", sagte Schönberger dem RND. "Einfach weil bei so vielen Stimmen immer Fehler passieren, weil Menschen keine Maschinen sind." Eine NachzĂ€hlung werde mit Sicherheit eine Abweichung zum amtlichen Endergebnis geben - "in welche Richtung, ist aber völlig ungewiss", sagte Schönberger dem RND. "Es ist schlicht nicht vorgesehen, auf reinen Verdacht hin nachzuzĂ€hlen." Sollte eine NachzĂ€hlung das BSW in den Bundestag bringen, hĂ€tte die schwarz-rote Regierungskoalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ihre Mehrheit verloren. Merz bliebe dennoch zunĂ€chst Kanzler, stellte Schönberger gegenĂŒber dem RND klar: "Der am 23. Februar gewĂ€hlte Bundestag bliebe in einer korrigierten Zusammensetzung bestehen. Dass die Zusammensetzung des Bundestags im Nachhinein verĂ€ndert wurde, wĂŒrde die Kanzlerwahl nicht ungĂŒltig machen. Staatsrechtlich ist das im Grundgesetz maximal stabil geregelt. Alles andere sind politische Fragen."

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