Erfolgreiches Bildungsprogramm Kultur macht stark jetzt fortführen / Verzögerungen gefährden Bildungschancen für Kinder und Jugendliche
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:48 Uhr, presseportal.de
Damit "Kultur macht stark" ab 2028 ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann und Kinder und Jugendliche weiterhin Zugang zu den Bildungsangeboten erhalten, muss der Bundeshaushalt 2027 die erforderlichen finanziellen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die 27 Programmpartner fordern deshalb eine Finanzierung von mindestens 50 Millionen Euro jährlich sowie eine verbindliche Fortführung des Programms für mindestens weitere fünf Jahre, abgesichert durch entsprechende Verpflichtungsermächtigungen ab 2028. Damit würde die Bundesregierung zugleich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD einlösen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen tauschten sich die Programmpartner mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages über die Zukunft des Programms und die notwendigen Voraussetzungen für seine Fortführung aus. Dabei wurde deutlich, dass die Forderungen nach Planungssicherheit und einer verlässlichen Fortführung des Programms über Fraktionsgrenzen hinweg auf große Offenheit stoßen.
"Bildungsgerechtigkeit steht für mich an erster Stelle, wenn es darum geht, Politik für unsere Gesellschaft zu machen. Wir brauchen bildungspolitische Konzepte, die am Wohl aller Kinder und Jugendlichen orientiert sind, und die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Bildungsangebote außerhalb von Kita und Schule tragen in großem Maße dazu bei, soziale Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln. Kulturelle Bildung und die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur bedeuten sowohl das Erleben von Selbstwirksamkeit und persönlichem Wachstum als auch gesellschaftliche Teilhabe. 'Kultur macht stark' - Das trifft es auf den Punkt. Dieses Bildungsprogramm ist, auch vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Herausforderungen, wichtiger denn je."
Saskia Esken, MdB, Vorsitzende im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut
Gerade angesichts der im kürzlich veröffentlichten Bildungsbericht benannten Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung, im Ganztag und in der Medienbildung ist "Kultur macht stark" ein bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut, soziale Spaltung und ungleiche Bildungschancen. Allein in den ersten beiden Jahren der laufenden Förderphase wurden mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Über 90 Prozent der Teilnehmenden berichten von gestärktem Selbstvertrauen und größerer Selbstwirksamkeit. Mehr als 90 Prozent der Bündnisakteure sehen einen Mehrwert in der Zusammenarbeit der lokalen Bündnisse, die Kinder und Jugendliche besser erreichen, kommunale Bildungslandschaften stärken und auch über die Förderung hinaus tragfähige Netzwerke schaffen. Gerade diese gewachsenen Strukturen machen die besondere Wirksamkeit des Programms aus. Um sie zu erhalten und Kindern und Jugendlichen auch künftig verlässliche Bildungsangebote zu ermöglichen, braucht "Kultur macht stark" jetzt Planungssicherheit durch eine verbindliche Förderzusage ab 2028.
Bildungschancen dürfen keine Förderlücken haben
Eine Verzögerung oder Schwächung der nächsten Förderphase würde den bildungspolitischen Erfordernissen in zentralen Zukunftsfeldern entgegenlaufen. Sie würde die Reichweite und Wirkung des Programms verringern, gewachsene lokale Strukturen schwächen und dazu führen, dass deutlich weniger Kinder und Jugendliche in Risikolagen erreicht werden. Zugleich droht ein Förderknick: Erhalten die Programmpartner nicht rechtzeitig Planungssicherheit, müssten zahlreiche lokale Bündnisse ihre Arbeit für bis zu ein Jahr unterbrechen. Qualifizierte Fachkräfte gingen verloren, gewachsene Netzwerke würden auseinanderbrechen und wertvolle Erfahrungen nicht in die nächste Förderphase überführt werden. Das wäre ein erheblicher Rückschritt für Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Teilhabe in Deutschland.
Damit die vierte Förderphase nahtlos beginnen kann, müssen die notwendigen Voraussetzungen jetzt geschaffen werden. Dazu gehört, die neue Förderrichtlinie noch 2026 vorzulegen und die Bewilligungen spätestens im Sommer 2027 zu erteilen. Die neue Förderrichtlinie sollte dabei die bewährten Strukturen des Programms erhalten - die lokalen Bündnisse für Bildung, die Vielfalt der Programmpartner als Spiegel der außerschulischen kulturellen Bildung sowie die Verfahren der Mittelweiterleitung, Qualitätssicherung und fachlichen Begleitung. Nur so können die hohe Qualität des Programms gesichert, gewachsene Strukturen erhalten und die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt werden.
Planungssicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben und Kinder und Jugendliche auch über 2028 hinaus verlässlich von kultureller Bildung profitieren können.
Über "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung"
Seit 2013 wurden im Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesbildungsministeriums bundesweit über 1,6 Millionen Teilnehmende mit rund 55.000 Projekten erreicht. Ermöglicht wurde dies durch insgesamt über 21.000 Bündnisse für Bildung, die aus je mindestens drei Bündnispartnern bestehen. So waren an der Umsetzung des Programms bisher 100.000 zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt, die in 99 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städten Projekte für Kinder und Jugendliche, insbesondere in Risikolagen, umgesetzt haben. Gerade die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure bewirkte, dass nahezu die Hälfte der Projekte in den ländlichen Regionen Deutschlands umgesetzt wurden und damit ein erheblicher Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen geleistet werden konnte.
Die Programmpartner in "Kultur macht stark":
27 Programmpartner erreichen als Förderer und Initiativen die lokale Ebene vor Ort, sie machen die Breite der kulturellen Bildungsprojekte möglich, beraten und qualifizieren die Bündnisse und setzen sich für die Weiterentwicklung des Bundesprogramms ein.
Aktion Tanz - Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V. - Alevitische Gemeinde Deutschland K.d.ö.R. - ASSITEJ e. V. Bundesrepublik Deutschland - BAG Zirkuspädagogik e. V. - Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V. - Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V. - Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e. V. - Bundesverband Freie Darstellende Künste e. V. - Bundesverband Jugend und Film e. V. - Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e. V. - Bundesverband Popularmusik e. V. - Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. - Dagesh - Jüdische Kunst im Kontext, ein Programm von DialoguePerspectives e.V. - Deutscher Bibliotheksverband e. V. - Deutscher Bühnenverein - Bundesverband der Theater und Orchester - Deutscher Museumsbund e. V. - Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V. - Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. - Fonds Darstellende Künste e. V. - JFF - Jugend Film Fernsehen e. V. - Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e. V. - Spielmobile e. V. - Bundesarbeitsgemeinschaft der mobilen spielkulturellen Projekte - Stiftung Digitale Spielekultur gGmbH - Stiftung Lesen - Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. - Verband deutscher Musikschulen e. V. - Zirkus macht stark - Zirkus für alle e. V.
Weitere Informationen
Website des BMBFSFJ zum Bundesprogramm "Kultur macht stark": www.buendnisse-fuer-bildung.de
"Kultur macht stark": Erfolgreiche Projekte seit 2013. Broschüre. BMBFSFJ
Pressekontakt:
Susanna M. Prautzsch
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ)
c/o Ständige Konferenz der Programmpartner "Kultur macht stark"
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