Prien will ParitÀt auch unabhÀngig von Wahlrechtsreform debattieren
Veröffentlicht am: 15.02.2026 um 11:49 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de"Wir mĂŒssen vor der nĂ€chsten Wahl die kontraproduktive Entwicklung zurĂŒckdrehen, dass Wahlkreise nicht mit einem Abgeordneten im Bundestag vertreten sind." Das sei eine Frage der GlaubwĂŒrdigkeit und Nachvollziehbarkeit von Wahlen. "Das steht unabhĂ€ngig von der Frage, ob uns ein verfassungskonformer Vorschlag zur ParitĂ€t gelingt", sagte Prien.
Zuvor waren Regeln zur paritĂ€tischen Besetzung von Parlamenten aus der SPD zur Bedingung fĂŒr eine Wahlrechtsreform erklĂ€rt worden. Dem widersprach Prien: "Mir ist wichtig: Die Arbeit der Wahlrechtskommission ist nicht im Sinne eines Junktims mit der ParitĂ€tsfrage verbunden." Es mĂŒsse möglich sein, das Problem der Direktwahlkreise in der Kommission zu lösen und gleichzeitig ĂŒber das Problem der ParitĂ€t zu diskutieren.
Allerdings bekrĂ€ftigte die Ministerin ihren grundsĂ€tzlichen Wunsch nach verfassungskonformen Regeln fĂŒr ParitĂ€t: "Die bisherigen Regeln helfen offenkundig nicht in ausreichendem MaĂ", sagte Prien. "Deshalb geht es aus meiner Sicht um die Frage, wie man die ReprĂ€sentation von Frauen verfassungskonform verbessert." Prien erklĂ€rte allerdings, dass dies angesichts der bisherigen Rechtsprechung "schwierig genug" sei.
FĂŒr ihren VorstoĂ nach einer PrĂŒfung diese Frage war Prien zuletzt scharf kritisiert worden - teils auch aus der eigenen Partei. "Ich setze mich seit Jahren fĂŒr dieses Ziel ein und als Frauenministerin werde ich nicht damit aufhören", verteidigte sich Prien. "In anderen europĂ€ischen LĂ€ndern werden ParitĂ€tsdebatten sehr viel unaufgeregter gefĂŒhrt", sagte sie. "Mir scheint diese HĂ€rte Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der Gleichstellungsfragen vermeintlich keine Relevanz mehr haben." Dem widersprĂ€che sie entschieden.
Prien, die auch Vize-Chefin der CDU ist, sagte in Richtung ihrer Partei: "Ich bin der festen Ăberzeugung, dass wir in Sachen ParitĂ€t auch in der CDU vorankommen mĂŒssen." Viele LandesverbĂ€nde seien schon auf den Weg dorthin und entwickelten Lösungen. "Ich sehe mich als Bundesministerin da auch in der christdemokratischen Tradition von Rita SĂŒssmuth - das ist Teil ihres VermĂ€chtnisses."
