Umfragen, Deutschland

Umfrage ergibt klare Mehrheit gegen DiÀtenerhöhung

16.05.2026 - 05:30:05 | dpa.de

Bundestagsabgeordnete sollen ab Juli mehr Geld bekommen. Die Erhöhung ist an die Lohnentwicklung gekoppelt. Eine Mehrheit der BĂŒrger lehnt sie dennoch ab. Setzen die SPD und Union die Anpassung aus?

  • Bisher sollen die DiĂ€ten der 630 Bundestagsabgeordneten zum 1. Juli um 497 Euro steigen. (Symbolbild)  - Foto: Michael Kappeler/dpa
    Bisher sollen die DiÀten der 630 Bundestagsabgeordneten zum 1. Juli um 497 Euro steigen. (Symbolbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Eine DiĂ€tenerhöhung wĂ€re nach Ansicht des SPD-Abgeordneten Johannes Fechner das falsche politische Signal. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa
    Eine DiÀtenerhöhung wÀre nach Ansicht des SPD-Abgeordneten Johannes Fechner das falsche politische Signal. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa
  • Die BezĂŒge der Bundestagsabgeordneten stiegen 2025 um rund 600 Euro. (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
    Die BezĂŒge der Bundestagsabgeordneten stiegen 2025 um rund 600 Euro. (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Bisher sollen die DiĂ€ten der 630 Bundestagsabgeordneten zum 1. Juli um 497 Euro steigen. (Symbolbild)  - Foto: Michael Kappeler/dpa Eine DiĂ€tenerhöhung wĂ€re nach Ansicht des SPD-Abgeordneten Johannes Fechner das falsche politische Signal. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa Die BezĂŒge der Bundestagsabgeordneten stiegen 2025 um rund 600 Euro. (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Eine deutliche Mehrheit der BĂŒrger spricht sich in einer Umfrage gegen eine Erhöhung der DiĂ€ten der 630 Bundestagsabgeordneten in diesem Jahr aus. Nach der reprĂ€sentativen Erhebung des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 85 Prozent der Ansicht, die Abgeordneten sollten angesichts der aktuellen Lage auf eine Anhebung verzichten. Nur 7 Prozent sprachen sich fĂŒr die Erhöhung aus, 8 Prozent waren unentschlossen.

Eigentlich sollen die DiĂ€ten zum 1. Juli um 497 Euro steigen – auf rund 12.330 Euro. Das ergibt sich aus einem im Abgeordnetengesetz verankerten automatischen Mechanismus, nach dem die Anpassung der BezĂŒge an die Entwicklung der Durchschnittslöhne gekoppelt ist.

Am höchsten war in der Umfrage die ablehnende Haltung dazu unter AfD-AnhĂ€ngern (93 Prozent), aber auch die Sympathisanten von SPD und CDU/CSU votierten mit 87 beziehungsweise 85 Prozent deutlich fĂŒr einen Verzicht der Abgeordneten.

SPD will auf Erhöhung verzichten – Union verweist auf Beratungen

Die Forderung nach einem Verzicht kommt auch aus dem Koalitionslager. «BĂŒrger, Gemeinden und Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen und wir fĂŒhren harte Spardiskussionen. Es wĂ€re das falsche Signal, wenn die Abgeordneten mehr Geld erhalten wĂŒrden», sagte Johannes Fechner, einer der Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer der SPD-Fraktion, der Deutschen Presse-Agentur.

Einen fĂŒr die einmalige Aussetzung notwendigen Gesetzentwurf habe er bereits an Unionsabgeordnete geschickt. «Ich bin optimistisch, dass wir es rechtzeitig schaffen, die DiĂ€tenerhöhung auszusetzen.» Generell möchte Fechner den automatischen Mechanismus mit der Koppelung an die allgemeine Lohnentwicklung aber beibehalten und die Lage im kommenden Jahr neu bewerten.

Die Unionsfraktion hat sich noch nicht abschließend festgelegt. Ihr Erster Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Bilger erklĂ€rte, der vorhandene Mechanismus schaffe Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Die DiĂ€ten könnten durch die Koppelung an die Durchschnittslöhne im Vorjahr auch sinken. «Der Vorschlag, diesen Mechanismus außerordentlich auszusetzen, kam auch bereits aus der CDU/CSU-Fraktion», sagte der CDU-Politiker der dpa. Die Beratungen dazu liefen zurzeit in den Fraktionsgremien und mit der SPD. 

Wann sinken und wann steigen die DiÀten?

Dass die AbgeordnetenbezĂŒge sanken, gab es bisher nur einmal in der Geschichte des Bundestags, nĂ€mlich wĂ€hrend der Corona-Pandemie 2021. Damals war der Nominallohnindex zurĂŒckgegangen – und an den werden die BezĂŒge seit 2014 jedes Jahr automatisch angepasst. Vor der Neuregelung war es regelmĂ€ĂŸig zu heftigen Debatten um die Höhe der DiĂ€ten gekommen.

Durch die feste Koppelung an die Lohnentwicklung wollte der Bundestag solche Diskussionen vermeiden und verhindern, dass der Eindruck der Selbstbedienung der Abgeordneten entsteht.

Die Höhe der AbgeordnetenentschĂ€digung – momentan rund 11.833 Euro – orientiert sich laut Abgeordnetengesetz an den BezĂŒgen eines Richters an einem obersten Bundesgericht. Der Bundestag spricht von AmtstrĂ€gern, die in vergleichbarer Verantwortung und Belastung arbeiten wie Abgeordnete.

Zum 1. Juli vergangenen Jahres waren die DiÀten um rund 600 Euro erhöht worden. WÀhrend der Corona-Pandemie verzichteten die Abgeordneten 2020 wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage auf die automatische Erhöhung. Nullrunden gab es in der Parlamentsgeschichte hÀufiger.

Automatische Erhöhung ganz abschaffen oder beibehalten?

Die oppositionelle GrĂŒnen-Fraktion fordert, die DiĂ€tenerhöhung in diesem Jahr auszusetzen, aber den Anpassungsmechanismus generell beizubehalten. «Er sorgt dafĂŒr, dass DiĂ€tenanpassungen transparent sind und sich an klaren Kriterien orientieren», sagte der rechtspolitische Sprecher der GrĂŒnen, Helge Limburg. Der Mechanismus biete aber zugleich den Spielraum, die Erhöhung in extremen Lagen auszusetzen.

Die Linksfraktion hat dagegen bereits einen Gesetzentwurf eingebracht, um den Automatismus gĂ€nzlich abzuschaffen. «Abgeordnete werden mehr als ausreichend vergĂŒtet, es gibt keinen Grund, hier immer höhere Summen anzusetzen», sagt Fraktionschefin Heidi Reichinnek. Sollte es in diesem Jahr höhere DiĂ€ten geben, wĂŒrden die Abgeordneten der Linken sie spenden.

Die AfD habe ebenfalls einen Vorschlag zur kompletten Abschaffung der automatischen DiĂ€tenerhöhung vorgelegt, sagte Stephan Brandner, einer der Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Fraktion. Man unterstĂŒtze ebenso VorstĂ¶ĂŸe anderer Fraktionen dazu. Gleichzeitig gelte, wenn der Bundestag gute Arbeit geleistet habe und es den BĂŒrgern und dem Land gut gehe, könne von Zeit zu Zeit ĂŒber Erhöhungen debattiert und abgestimmt werden. Das sei momentan aber nicht der Fall.

Details der YouGov-Umfrage

YouGov befragte zwischen dem 8. und 11. Mai 2026 insgesamt 2.179 Personen ab 18 Jahren, die in Deutschland wohnen. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz abhÀngig von der Höhe der Anteile zwischen 2,1 und 0,92 Prozentpunkten an.

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