Lemke hĂ€lt AfD-Umfragehoch fĂŒr gesamtdeutsches Problem
04.07.2023 - 15:55:34"Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches PhĂ€nomen, wir haben solche Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik und auch in anderen LĂ€ndern", sagte die GrĂŒnen-Politikerin aus Sachsen-Anhalt der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). "Die Rechtsextremen prĂ€sentieren scheinbar einfache Lösungen."
Die Klimakrise werde geleugnet, um VerĂ€nderungsprozessen auszuweichen. "Solche Faktenverweigerung und solche Parolen sind doch aber keine Lösungen fĂŒr die komplexen und groĂen Probleme, vor denen unsere Gesellschaften stehen. Und deshalb werbe ich dafĂŒr, dass wir weiter lösungsorientiert als demokratische Parteien um die besten Wege in die Zukunft ringen." Die Debatte um das Heizungsgesetz sieht Lemke nicht als Ursache fĂŒr die hohen Umfragewerte der AfD. "Bei allem EingestĂ€ndnis, dass beim Heizungsgesetz Fehler gemacht worden sind, ist diese Debatte nicht die Ursache fĂŒr hohe Umfragewerte der AfD. Dort, wo ich lebe, bekommt sie schon seit Jahren viel Zuspruch in den Umfragen." Wer meine, dass Menschen rechtsextrem wĂ€hlen, weil ein Heizungsgesetz geĂ€ndert wird, der verharmlose die "wahren Ziele des Rechtsextremismus", sagte Lemke. Es gehe um antidemokratische Einstellungen, die deutlich tiefer lĂ€gen und die von politischen KrĂ€ften, "denen es nicht um das Wohl unseres Landes geht, gezielt verstĂ€rkt werden". "In der gegenwĂ€rtigen Situation wird die Unzufriedenheit von vielen Menschen benutzt, um einen Spaltpilz zwischen die `Politiker da oben` und die `normalen Menschen` zu treiben. Deshalb dĂŒrfen sich die demokratischen Akteure umso weniger der Versuchung des Populismus hingeben und das auch noch befeuern." Auch wenn man damit eventuell mehr Zustimmung ernte. "Ich bin im Ăbrigen zuversichtlich, dass die Zustimmung zur AfD auch wieder runtergeht", so die GrĂŒnen-Politikerin. Als Lehre aus dem Streit um das Heizungsgesetz mĂŒssten Politiker "gut erklĂ€ren, warum bestimmte MaĂnahmen wichtig sind". "Wir mĂŒssen dafĂŒr werben und auch sehr gezielt die zum Teil sehr unterschiedlichen LebensrealitĂ€ten und Alltagserfahrungen in Rechnung stellen. Und wir erleben natĂŒrlich auch, dass es schlicht teils mĂ€chtige, ökonomische Interessen gibt, die vom Status quo profitieren und sehr lautstark ihre Stimme erheben", sagte Lemke. Sie bekrĂ€ftigte: "Wir brauchen die WĂ€rmewende, um uns vor der Klimakrise zu schĂŒtzen." Viele BĂŒrger hĂ€tten sich auch schon lĂ€ngst auf den Weg gemacht. "In Sachsen-Anhalt wurden im letzten Jahr um die 80 Prozent WĂ€rmepumpen im Neubau installiert. Und Sachsen-Anhalt ist nicht das reichste Bundesland." Sie sei ĂŒberzeugt, dass "wir am wichtigsten Punkt von Klimapolitik angelangt sind". "Es geht jetzt nicht mehr um Lippenbekenntnisse. Man kann nicht mehr wolkig auf ein Pariser Abkommen verweisen, das man irgendwann in ferner Zukunft in nationale Politik ĂŒbersetzen will." Stattdessen gehe es jetzt ganz konkret darum, die Klimaschutzziele in der RealitĂ€t umzusetzen. Man habe gewusst, dass das der schwierigste Punkt sein werde. "Wir wussten, dass es dann anstrengender wird, wenn Klimapolitik im konkreten Alltag der Menschen ankommt. DĂŒrre, Hitzewellen, WaldbrĂ€nde und Starkregen weisen uns doch nun wirklich darauf hin, dass wir etwas Ă€ndern mĂŒssen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


