KinderÀrzte, Stopp

KinderÀrzte fordern Stopp des Cannabisgesetzes

19.03.2024 - 04:21:35

Das umstrittene Cannabisgesetz kommt heute in den Bundesrat. Die KinderÀrzte warnen vor den negativen Folgen im Falle einer Legalisierung.

Vor der entscheidenden Bundesratssitzung zum umstrittenen Cannabisgesetz hat der Bundesverband der Kinder- und JugendĂ€rzte (BVKJ) die Bundesregierung zum Stopp ihrer PlĂ€ne aufgefordert. «Die Bundesregierung sollte das Gesetz zurĂŒckziehen», sagte VerbandsprĂ€sident Michael Hubmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Sie sieht die berechtigten EinwĂ€nde von Ärzten und Juristen nicht.»

Das Gesetz kommt am Freitag abschließend in den Bundesrat. Dort ist es nicht zustimmungsbedĂŒrftig, aber die LĂ€nderkammer könnte den gemeinsamen Vermittlungsausschuss mit dem Bundestag anrufen und das Verfahren damit abbremsen. Nach dem bereits vom Bundestag beschlossenen Gesetz sollen Besitz und Anbau der Droge mit zahlreichen Vorgaben fĂŒr VolljĂ€hrige zum Eigenkonsum vom 1. April an erlaubt sein.

Hubmann warnte vor den negativen Folgen der Legalisierung fĂŒr den Jugendschutz. «Wir sehen schon bei Alkohol und Nikotin, dass das in der LebensrealitĂ€t nicht gelingt», sagte er. Der Konsum sei problemlos an den gesetzlichen Regeln vorbei möglich. «Schutz und Kontrolle werden nicht leichter, wenn mit der Cannabis-Legalisierung jetzt eine dritte Substanz dazu kommt.»

Die Union blockiert

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte gestern erklĂ€rt, er wolle ein mögliches Scheitern der Legalisierung von Cannabis zum 1. April abwenden. Er werde die gesamte Woche ĂŒber dafĂŒr kĂ€mpfen, dass es eine Anrufung des Vermittlungsausschusses im Bundesrat an diesem Freitag nicht gebe, sagte er und verwies auf Äußerungen unionsgefĂŒhrter LĂ€nder wie Bayern und Sachsen, eine Befassung im Vermittlungsausschuss zu verzögern oder zu sabotieren.

Die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Carmen Wegge, warf der Union schlechten demokratischen Stil vor. «Ich finde das, um ehrlich zu sein, ziemlich erschreckend - so verhalten sich keine Demokraten», sagte sie der «Augsburger Allgemeinen». Sie warf der Union vor, den Vermittlungsausschuss rein taktisch anrufen zu wollen, und die Legalisierung durch Verfahrenstricks aufhalten zu wollen.

Bedenken sind aus den LĂ€ndern unter anderem gegen eine geplante Amnestie fĂŒr AltfĂ€lle laut geworden, die nach dem neuen Recht nicht mehr strafbar wĂ€ren. BefĂŒrchtet wird eine Überlastung der Justiz durch dadurch anfallende FallprĂŒfungen.

@ dpa.de