StĂ€dte- und Gemeindebund will Milliardenhilfe fĂŒr Hitzeschutz
30.06.2026 - 18:33:11 | dts-nachrichtenagentur.de
Nach der Hitzewelle der vergangenen Tage mit Rekordtemperaturen um die 40 Grad hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Montag erklĂ€rt, das Geld aus dem Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t reiche fĂŒr den Hitzeschutz aus. Der StĂ€dtebund widersprach. Der InvestitionsrĂŒckstand betrage mehr als 230 Milliarden Euro, erklĂ€rte der Verband. Die rund 66 Milliarden Euro, die den Kommunen aus dem Sondervermögen zusĂ€tzlich zustĂŒnden, reichten daher "nicht einmal annĂ€hernd" aus.
Der Verband forderte, Klimaschutz und Klimaanpassung zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und LĂ€ndern nach Artikel 91a Grundgesetz zu machen. Nur so lieĂen sich die dringend notwendigen MaĂnahmen zum Schutz der Bevölkerung und zum klimaangepassten Umbau der InnenstĂ€dte und Ortskerne finanzieren, sagte ein Sprecher.
Der DStGB schlĂ€gt zudem vor, gemeinsam mit den Krankenkassen ein Hitzeregister einzufĂŒhren - nach dem Vorbild Frankreichs. Dort sind vorwiegend alte oder schwer kranke Menschen gemeldet, um die man sich in Hitzewellen besonders kĂŒmmern muss. Bei langen Hitzeperioden werden sie regelmĂ€Ăig angerufen und im Notfall mit Wasser versorgt.
Auch beim Trinkwasser mahnt der Verband zur Vorsicht. In Hitzewellen steigt der Verbrauch stark - durch BewĂ€sserung von GĂ€rten und Feldern, aber auch in Privathaushalten durch mehr Duschen und Trinken. Eine sparsame Nutzung in Zeiten der Wasserknappheit, also etwa der Verzicht auf das Rasensprengen oder die BefĂŒllung privater Pools, könne helfen, dass die VorrĂ€te lĂ€nger halten, schreibt der DStGB. Nur so lieĂen sich temporĂ€re NutzungsbeschrĂ€nkungen als letztes Mittel vermeiden.
