Geheimdienste, Parteien

Verfassungsschutz bleibt unverÀndert bei EinschÀtzung zur AfD

07.08.2023 - 08:29:59

Der PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, bleibt auch nach dem Abschluss der AfD-Europawahlversammlung "unverĂ€ndert" bei seiner EinschĂ€tzung zu der Partei.

"In einer Reihe von Äußerungen kommt ein ethnisches VolksverstĂ€ndnis zum Ausdruck, etwa in dem der `Große Austausch` beschworen wird", sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio. "Solche Äußerungen bieten Anhaltspunkte dafĂŒr, dass hier die MenschenwĂŒrdegarantie des Grundgesetzes fĂŒr bestimmte Bevölkerungsgruppen infrage gestellt wird." Ähnlich hatte Haldenwang sich bereits nach dem ersten Versammlungswochenende geĂ€ußert.

Die AfD war dagegen gerichtlich vorgegangen und wollte laut Haldenwang verhindern, dass er sich aktuell und in Zukunft ĂŒber die Partei und die Europawahlversammlung Ă€ußert. Er hatte daraufhin gegenĂŒber dem Kölner Verwaltungsgericht fĂŒr die Dauer der Versammlung eine Stillhaltezusage abgegeben: "Bei der Abgabe einer Stillhaltezusage handelt es sich um ein ĂŒbliches Vorgehen in derartigen Eilverfahren, um dem Gericht hinreichend Zeit fĂŒr eine sachgerechte PrĂŒfung und Entscheidung zu geben." Haldenwang spricht außerdem davon, durch das Informieren der Öffentlichkeit seinem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. "Dies dient als Mittel einer wehrhaften Demokratie dem Zweck, die Öffentlichkeit ĂŒber Bestrebungen und Verhaltensweisen zu unterrichten, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind. So kann solchen Bestrebungen rechtzeitig im Wege gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzung begegnet werden", sagte Haldenwang. An den vergangenen zwei Wochenenden hatte die AfD in Magdeburg ihre Kandidaten fĂŒr die Europawahl bestimmt. Vor einer Woche hatte sich Haldenwang in seiner EinschĂ€tzung bestĂ€tigt gesehen, dass innerhalb der Partei starke verfassungsfeindliche Strömungen bestehen, deren Einfluss weiter zunehme. Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz bearbeitet die AfD als sogenannten rechtsextremistischen Verdachtsfall.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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